Der Haushaltsstreit zwischen Staat und Départements hat am Freitag in Reims eine politische Zuspitzung erfahren. Premierminister Sébastien Lecornu sagte seine Teilnahme an den Assises des Départements de France kurzfristig ab. François Sauvadet, Präsident des Verbands Départements de France, wertete dies als politischen Fehler und kritisierte, dass der Regierungschef die geplanten Einsparungen nicht persönlich erläutere.
Im Zentrum steht die im Budgetentwurf für 2027 vorgesehene Beteiligung der Départements an der Konsolidierung der Staatsfinanzen. Die gewählten Vertreter beziffern die zusätzliche Belastung auf rund 1,8 Milliarden Euro. Lecornu verweist nach Angaben von Public Sénat auf zusätzliche Mittel für die Départements, doch Sauvadet hält diese Rechnung für unzureichend. Der Konflikt betrifft damit weniger einen einzelnen Posten als die Frage, wie stark die Gebietskörperschaften den Sparkurs des Staates mittragen sollen.
Die Absage blieb in Reims nicht folgenlos: Als die Ministerin für Gebietskörperschaften, Françoise Gatel, sprach, verließ ein großer Teil der Delegierten den Saal. Lecornu lud die Départements für den 16. November zu einem Gespräch nach Matignon ein; die Verbandsführung sieht darin keine unmittelbare Antwort auf den laufenden Haushaltskonflikt.