Nach dem schweren Unfall am Zugang zum Ärmelkanaltunnel konzentrieren sich die Ermittlungen auf den Ablauf der Kollision. Ein Minibus mit Lastwagenfahrern prallte am Donnerstagabend in Coquelles bei Calais auf dem Verladebereich gegen eine LeShuttle-Güterverbindung. Insgesamt wurden 19 Menschen verletzt; zwei von ihnen kamen zunächst mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in Krankenhäuser der Region Lille.
Die Staatsanwaltschaft von Boulogne-sur-Mer führt ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Nach Angaben des Regionalsenders Delta FM fielen die Alkohol- und Drogentests beim Fahrer des Minibusses negativ aus. Zeugen und Verletzte werden nun vernommen, um zu klären, warum das Fahrzeug von seiner vorgesehenen Fahrspur abkam und die Shuttle-Verbindung traf.
Für den grenzüberschreitenden Verkehr blieb die unmittelbare Folge begrenzt. Der Fahrzeugtransport durch den Tunnel war nach dem Unfall rund eineinhalb Stunden unterbrochen und lief anschließend schrittweise wieder an. Eurostar-Personenzüge und der Güterverkehr im Tunnel waren nach den ersten Angaben nicht betroffen. Der Unfall ereignete sich an einem der wichtigsten Knotenpunkte zwischen Nordfrankreich und Großbritannien.