In Lyon wird aus der Sicherheitskrise eine konkrete wirtschaftliche Belastung für die Innenstädte. Die Metropole stellt nach den Plünderungen vom 17. Oktober einen Notfallfonds von zehn Millionen Euro für betroffene Händler und Handwerker bereit. Die Stadt will zusätzlich einen gemeinsamen Ansprechpartner mit der Handelskammer organisieren und Personal für Verwaltungswege zur Verfügung stellen. Besonders die Presqu'île war betroffen: Geschäfte wurden geplündert, das Tourismusbüro auf der Place Bellecour beschädigt und angezündet.
Die Hilfen aus Lyon passen in eine nationale Reparaturpolitik, deren Umfang erst sichtbar wird. Handelsminister Serge Papin spricht von mindestens 3.000 Geschäften, die durch Beschädigungen oder Plünderungen betroffen seien. Die Regierung will Kurzarbeit ermöglichen und ab Freitag über Bpifrance zinsfreie Darlehen bis 50.000 Euro für geschädigte Betriebe anbieten. Der Handelsverband Fédération du commerce et de la distribution beziffert die Schäden seiner Mitgliedsunternehmen bereits auf mehrere hundert Millionen Euro. Für viele kleinere Läden entscheidet die Geschwindigkeit von Versicherungen, Krediten und kommunaler Beratung darüber, ob sie rasch wieder öffnen können.