Für Samstag, den 24. Oktober, sollen in Frankreich im Grundsatz nur noch von Gewerkschaften organisierte Demonstrationen stattfinden. Präsident Emmanuel Macron verband diese Linie nach einer Sitzung mit den Nachrichtendiensten mit dem Vorwurf, gewaltbereite Gruppen hätten die Mobilisierung vom 17. Oktober genutzt, um die Republik anzugreifen. Zugleich kritisierte er ausländische politische Akteure, die Bilder der Gewalt aus seiner Sicht für eigene Deutungen einsetzen.
Die konkrete Karte der Einschränkungen reicht weit über Paris hinaus: In Marseille und im gesamten Département Bouches-du-Rhône, aber auch in Nizza, Montpellier, Caen, Angoulême und Saint-Étienne sind Versammlungen untersagt. In Paris gilt rund um Les Halles und die Place de la République weiter eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr, während ein Zug von Bastille nach Nation genehmigt wurde.
Die Justiz liefert parallel ein erstes Bild der Untersuchungshaft nach den Krawallen: Laut einer von Le Monde zitierten Note der Chancellerie sind 95 Prozent der Betroffenen Männer, 68 Prozent höchstens 25 Jahre alt. Die nationale Debatte betrifft damit zugleich Sicherheitsversagen, Strafverfolgung und die Verhältnismäßigkeit der neuen Beschränkungen.