Die Protestbewegung gegen die hohen Lebenshaltungskosten geht in eine weitere Runde. Für den 31. Oktober rufen Gelbwesten-Gruppen, Schülerinitiativen und lokale Bündnisse zu Demonstrationen auf; auch nach den Kundgebungen vom 24. Oktober bleibt damit der soziale Druck auf Regierung und Kommunen hoch. Ouest-France berichtet von geplanten Aktionen in mehreren Landesteilen, während Le Monde bereits weitere Mobilisierungstermine Anfang November nennt.
In Lyon hat die Präfektur des Rhône auf die erwarteten Versammlungen mit einem eng umrissenen Sicherheitsdispositiv reagiert. Auf der Presqu'île gelten Beschränkungen für Ansammlungen, außerdem dürfen unbegleitete Minderjährige dort in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 23 und 6 Uhr nicht unterwegs sein. Die Behörden begründen die Maßnahmen mit dem Risiko neuer Ausschreitungen und mit Aufrufen in sozialen Netzwerken im Zusammenhang mit Halloween.
Die regionale Anordnung verweist auf eine landesweite Lage: Die Proteste werden inzwischen ebenso als Frage der Kaufkraft und öffentlicher Dienste behandelt wie als Herausforderung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Für Reisende, Familien und Gewerbetreibende sind deshalb vor allem die örtlichen Präfekturentscheidungen maßgeblich.