Die Ratingagentur Fitch hat Frankreich am Freitagabend eine weitere finanzpolitische Warnung erteilt. Die Note für französische Staatsschulden bleibt bei A+, doch der Ausblick ist nun negativ. Fitch verweist auf die Verschlechterung der Haushaltslage und höhere Finanzierungskosten; eine spätere Herabstufung wird damit wahrscheinlicher, falls sich die öffentlichen Finanzen nicht stabilisieren.
Die Meldung fällt in eine ohnehin schwache Konjunkturphase. Nach der ersten Schätzung des nationalen Statistikamts Insee sank das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 Prozent, nachdem es im vorherigen Quartal stagniert hatte. Le Monde nennt sinkende Investitionen und den Außenhandel als wesentliche Belastungen.
Für die Regierung verdichten sich damit zwei Probleme: Sie muss einen glaubwürdigen Haushalt vorlegen und zugleich auf eine Wirtschaft reagieren, die kaum noch wächst. Steigende Zinsen verteuern den Schuldendienst des Staates und können Investitionen von Unternehmen sowie Immobilienfinanzierungen zusätzlich bremsen.