Dominique de Villepin hat Édouard Philippe am Donnerstag wegen dessen Aussagen über Menschen mit Einwanderungsgeschichte scharf angegriffen. In einem Gespräch mit France 2 bezeichnete der frühere Premierminister die Äußerungen als Anstiftung zum Rassismus und warf Philippe vor, dem rechtspopulistischen Rassemblement national hinterherzulaufen. Villepin sprach von einem moralischen und politischen Scheitern seines früheren Amtskollegen. ([information.tv5monde.com](https://information.tv5monde.com/france/immigration-villepin-denonce-le-naufrage-moral-et-politique-de-philippe-2844570))
Ausgangspunkt ist ein Interview, das Philippe am 27. Oktober dem Magazin Le Point gegeben hatte. Darin behauptete er, bei den Plünderungen während der Proteste vom 17. Oktober seien junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte offensichtlich überrepräsentiert gewesen. Am Mittwoch verteidigte der Bürgermeister von Le Havre und Präsidentschaftskandidat der Partei Horizons seine Wortwahl bei einem Besuch in Zuydcoote im Norden Frankreichs: Man müsse über ein Integrationsproblem sprechen dürfen. ([information.tv5monde.com](https://information.tv5monde.com/france/immigration-villepin-denonce-le-naufrage-moral-et-politique-de-philippe-2844570))
Philippe betonte zugleich, Franzosen mit Einwanderungsgeschichte seien Franzosen und hätten dieselben Rechte und Pflichten. Villepin warnte dagegen, vermeintliche Selbstverständlichkeiten könnten zu Aussagen führen, die für die Republik gefährlich seien. Auch der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Laurent Panifous, widersprach einer Verbindung zwischen Einwanderung und Kriminalität. ([information.tv5monde.com](https://information.tv5monde.com/france/immigration-villepin-denonce-le-naufrage-moral-et-politique-de-philippe-2844570))