Kultur

British Museum entschuldigt sich für Chaos beim Teppich von Bayeux

Trotz gültiger Eintrittskarten wurden Besucher der Londoner Ausstellung abgewiesen. Das British Museum erstattet den Betroffenen den Preis und verspricht verlässlichere Abläufe.

London – 06.10.2026: Der außergewöhnliche Andrang auf den Teppich von Bayeux hat das British Museum in Bedrängnis gebracht. Trotz fest gebuchter Eintrittszeiten mussten Besucher lange warten; manche kamen gar nicht mehr in die Ausstellung. Museumsdirektor Nicholas Cullinan entschuldigte sich nun für die organisatorischen Probleme und kündigte Änderungen an.

Besonders deutlich wurde das Missverhältnis zwischen Nachfrage und Einlasssystem am 30. September. Besucher, die später am Tag mit gültiger Karte erschienen, wurden nicht mehr in die Schau gelassen. Das Museum schloss an diesem Abend früher als üblich für eine private Veranstaltung. Rund 200 Betroffene sollen nach Angaben des Hauses ihr Geld zurückerhalten und zusätzlich einen kostenlosen Ersatztermin buchen können.

Die Ausstellung war am 10. September eröffnet worden. Für den Rundgang hatte das Museum ursprünglich etwa 40 Minuten angesetzt. Viele Besucher blieben jedoch länger bei dem fast 70 Meter langen Werk, sodass die gestaffelten Zeitfenster zunehmend aus dem Takt gerieten. Aus dem geplanten Besuch wurde für manche ein stundenlanges Warten ohne sicheren Einlass.

Der Teppich ist streng genommen eine Stickerei aus farbiger Wolle auf Leinen. Das im 11. Jahrhundert entstandene Werk schildert in zahlreichen Szenen die Vorgeschichte der normannischen Eroberung Englands und die Schlacht von Hastings im Jahr 1066. Es gehört dem französischen Staat und wird gewöhnlich in Bayeux in der Normandie gezeigt. Die Londoner Leihgabe ist bis Juli 2027 vereinbart.

Das British Museum will nun die Abläufe am Eingang und innerhalb der Galerie verändern, damit gebuchte Termine verlässlicher eingehalten werden. Auch Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf sollen leichter durch die Ausstellung gelangen. Ob die Anpassungen zugleich eine höhere tägliche Besucherzahl ermöglichen, ließ das Haus offen.

Wie groß das Interesse sein würde, hatte sich schon vor der Eröffnung abgezeichnet. Die ersten 100.000 Eintrittskarten waren nach Angaben des Museums rasch vergeben. In der Woche nach dem 6. Oktober rechnet das Haus mit dem 100.000. Besucher der Ausstellung. Weitere Kartenkontingente sollen im Oktober sowie im Januar freigeschaltet werden.

Die Panne ist für das Museum besonders heikel, weil der Zugang ausschließlich über feste Zeitfenster gesteuert wird. Wer eine solche Karte besitzt, darf erwarten, das ausgeliehene Kulturgut tatsächlich sehen zu können. Mit Erstattungen und Ersatzterminen reagiert das Haus nun auf die unmittelbar Betroffenen. Ob die neue Besucherführung den Rückstau dauerhaft verhindert, muss sich im laufenden Betrieb erweisen; bislang hat das Museum keine zusätzlichen täglichen Kapazitäten genannt.

Quellen

  • Franceinfo
  • British Museum
  • Museums Association

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels