Kultur

Cabaret Vert: Wie ein Festival seine Spuren beseitigt

Beim 20. Cabaret Vert in Charleville-Mézières wird der Abfall nach den Konzerten ein zweites Mal sortiert. Das Musikfestival verbindet seine Jubiläumsausgabe mit Mehrwegsystemen, Freiwilligenarbeit und einer Bilanz seiner Emissionen.

Charleville-Mézières – 23.08.2026: Während am letzten Tag des Cabaret Vert noch Rap, Rock und elektronische Musik über das Gelände an der Maas ziehen, läuft hinter den Kulissen eine leisere Maschinerie. Die 20. Ausgabe des Festivals, die vom 20. bis 23. August dauert, will ihren ökologischen Fußabdruck mit konkreten Maßnahmen verringern.

Dazu gehört ein Verfahren, das im Gedränge eines Konzertabends kaum sichtbar ist: Was Besucherinnen und Besucher an den Sammelstellen entsorgen, wird anschließend erneut geprüft. Zwei Sortierzentren, eines auf dem Festivalgelände und eines am Campingplatz, bilden dafür das Rückgrat. Freiwillige trennen dort unter anderem Glas, Karton, Holz, Metalle und Bioabfälle. Insgesamt zehn Abfallströme sollen möglichst sauber in die vorgesehenen Verwertungswege gelangen.

Diese zweite Sortierung ist weniger eindrucksvoll als eine Lichtshow vor der Hauptbühne, sagt aber viel über den organisatorischen Aufwand aus. Mehrwegbecher und wiederverwendbares Geschirr gehören ebenso zum Konzept wie der weitgehende Verzicht auf Einwegplastik. An den Essensständen werden Speiseöle getrennt gesammelt, organische Reste erhalten eigene Sammelpunkte. Taschenaschenbecher sollen verhindern, dass Zigarettenstummel im Boden zurückbleiben.

Das Cabaret Vert versteht sich seit seiner Gründung 2005 als Kulturereignis, dessen Umweltbilanz zur Planung gehört. Für die Ausgabe 2022 ließen die Veranstalter erstmals eine umfassende Klimabilanz erstellen. Dabei wurden Emissionen von 3.287 Tonnen CO2-Äquivalenten ermittelt. Die Zahl vermisst den Umfang der Aufgabe: Konzerte, Anreisen, Energieversorgung, Verpflegung und Materialeinsatz verursachen auch dann Emissionen, wenn Abfälle sorgfältig getrennt werden.

Besonders stark wirkt sich die Anreise des Publikums aus. Für 2026 verweist das Festival deshalb auf Fahrradverbindungen, Shuttleangebote und regionale Buslinien. Die Gastronomie wird ebenfalls einbezogen: Regionale und saisonale Produkte sowie vegetarische Speisen sollen einen größeren Anteil des Angebots ausmachen. Wie viel Emissionen diese Maßnahmen tatsächlich vermeiden, lässt sich erst in einer späteren Bilanz beziffern.

Der Veranstaltungsort verlangt besondere Sorgfalt. Das Gelände umfasst bewachsene Flächen am Fluss und Teile der früheren Industriebrache La Macérienne. Nach jeder Ausgabe werden die zurückgebliebenen Abfälle erfasst. Ein Team kontrolliert vor, während und nach dem Festival, wo und in welcher Menge Müll liegen bleibt. Anhand dieser Beobachtungen sollen Sammelstellen künftig dort stehen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.

Der ökologische Anspruch entscheidet sich damit weniger in programmatischen Erklärungen als in den Abläufen nach den Auftritten. Wenn das Publikum das Gelände verlässt, beginnt für die Freiwilligen in den Sortierzentren die Arbeit an jenen zehn Abfallströmen, die getrennt verwertet werden sollen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Festival Cabaret Vert – Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz
  • Festival Cabaret Vert – Klimabilanz
  • Festival Cabaret Vert – Programm 2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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