Kultur

Camille Bordas auf Barack Obamas Sommerleseliste

Der Erzählband "One Sun Only" der französischen Autorin Camille Bordas gehört zu Barack Obamas aktuellen Sommerempfehlungen. Für die in Chicago lebende Schriftstellerin ist das eine bemerkenswerte Anerkennung ihres englischsprachigen Werks.

Chicago – 07.08.2026: Die französische Schriftstellerin Camille Bordas findet sich mit ihrem Erzählband "One Sun Only" auf Barack Obamas Sommerleseliste wieder. Für die in Chicago lebende Autorin ist die Empfehlung des ehemaligen US-Präsidenten mehr als ein freundliches Etikett: Sie lenkt die Aufmerksamkeit eines großen amerikanischen Publikums auf eine Prosa, die französische Herkunft und amerikanische Gegenwart mit leiser Selbstverständlichkeit verbindet.

Der bei Random House erschienene Band versammelt zwölf Erzählungen. Sie führen durch unterschiedliche soziale Milieus und Länder, zu Figuren, die sich in Liebesdingen, Familienbeziehungen, künstlerischen Ambitionen oder schlicht im eigenen Alltag behaupten müssen. Bordas interessiert sich dabei weniger für den großen Effekt als für jene kleinen Verschiebungen, nach denen ein Gespräch, eine Erinnerung oder ein Blick auf einmal anders klingen.

"One Sun Only" ist Bordas' erster Erzählband in englischer Sprache und erschien am 27. Januar 2026. Einige Texte waren zuvor bereits in Zeitschriften wie "The New Yorker" und "The Paris Review" veröffentlicht worden. Der Titel lässt sich etwa mit "Nur eine Sonne" übertragen; er bewahrt im Englischen jedoch seine eigentümliche Offenheit, als könnte dieselbe Sonne über sehr verschiedenen Leben stehen.

Bordas wurde in Frankreich geboren, wuchs in Mexiko-Stadt und Paris auf und lebt heute in Chicago. Ihre ersten beiden Bücher schrieb sie auf Französisch: den Roman "Les Treize Desserts" sowie "Partie Commune". Später wechselte sie ins Englische und veröffentlichte die Romane "How to Behave in a Crowd" und "The Material". Dieser Sprachwechsel ist bei ihr kein biographischer Zierrat, sondern prägt die genaue Wahrnehmung von Tonfällen, Fremdheit und Zugehörigkeit.

Obama veröffentlicht seit Jahren persönliche Leseempfehlungen für den Sommer. Seine Listen bewegen sich meist zwischen Romanen, Sachbüchern und literarischen Entdeckungen; sie besitzen im amerikanischen Buchbetrieb erhebliche Reichweite. Dass nun eine Autorin mit französischen Anfängen und einem dezidiert transatlantischen Werk darunter ist, passt zu Bordas' Schreiben, das nationale Schubladen eher freundlich beiseiteschiebt als demonstrativ sprengt.

Die Erzählung ist für Bordas kein Nebenformat. Gerade ihre Kürze erlaubt ihr, Figuren nicht auszuerzählen, sondern sie an einem empfindlichen Punkt zu zeigen: vor einer Entscheidung, nach einer Kränkung, mitten in einer beiläufigen Komik. Die Kritik in den Vereinigten Staaten hob an dem Band besonders die Wärme und den trockenen Witz hervor, mit denen Bordas auch ihren eigenwilligsten Gestalten begegnet.

Für den französischen Literaturbetrieb ist die Erwähnung ein kleiner, aber sichtbarer Erfolg einer Autorin, deren Karriere längst zwischen mehreren Städten und Sprachen verläuft. Der Band ist in den USA 304 Seiten stark; eine französische Ausgabe ist derzeit nicht angekündigt. Vorerst reist "One Sun Only" also auf Englisch weiter – mit einem prominenten Leser an seiner Seite.

Quellen

  • Franceinfo
  • Barack Obama Foundation
  • Random House
  • Camille Bordas

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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