Politik & Gesellschaft

Cannes erprobt Atemtests gegen Lachgas am Steuer

Die Kommunalpolizei von Cannes setzt erstmals Atemtestgeräte für Distickstoffmonoxid ein. Die Technik soll gefährliche Fahrten verhindern, doch positive Messungen sind bislang kein gerichtsfester Nachweis.

Cannes – 23.08.2026: In der Nacht zum Samstag hat die Kommunalpolizei von Cannes erstmals Autofahrer mit Atemtests auf Distickstoffmonoxid kontrolliert. Die Stadt an der Côte d’Azur verfügt über drei Geräte, die das als Lachgas bekannte Gas in der Ausatemluft erkennen sollen. Nach Angaben des Rathauses fiel bei zehn Kontrollen ein Test positiv aus; zudem stellten die Beamten weitere Verstöße im Zusammenhang mit Lachgas fest.

Der positiv getestete Fahrer durfte zunächst nicht weiterfahren. Sein Fahrzeug wurde vorübergehend stillgelegt. Erst nach einer Wartezeit von mehr als einer Stunde und einem negativen zweiten Test konnte er seine Fahrt fortsetzen. Ein Mitfahrer wurde nach Angaben der Stadt wegen Lachgaskonsums belangt, drei weitere Personen wegen des Besitzes entsprechender Kartuschen. Angaben zu ihrer Identität machte die Verwaltung nicht.

Distickstoffmonoxid wird unter anderem in Medizin und Gastronomie eingesetzt. Beim missbräuchlichen Inhalieren kann es binnen kurzer Zeit Schwindel, Orientierungslosigkeit und eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit auslösen. Bei häufigem Konsum drohen nach Angaben französischer Behörden neurologische Schäden. Wer sich während oder kurz nach dem Rausch ans Steuer setzt, gefährdet deshalb sich selbst, Mitfahrende und andere Verkehrsteilnehmer.

Die Geräte ähneln Alkoholtestern, sind bislang jedoch nicht amtlich zugelassen. Ein positives Messergebnis genügt daher nicht als gerichtsfester Nachweis dafür, dass jemand unter dem Einfluss von Lachgas gefahren ist. Die Kommunalpolizei nutzt die Tests vor allem, um eine Weiterfahrt vorübergehend zu verhindern und örtliche Vorschriften durchzusetzen. In Cannes ist der Konsum von Lachgas im öffentlichen Raum seit 2020 verboten. Im Juli 2025 untersagte die Stadt zudem den Verkauf an Privatpersonen.

Bürgermeister David Lisnard bezeichnet die Technik als vorbeugendes Instrument. Seit 2020 verhängte die Stadt nach eigenen Angaben 897 Verwarnungsgelder im Zusammenhang mit Lachgas, davon 326 im Jahr 2025. Die Zahlen betreffen überwiegend Verstöße im öffentlichen Raum. Wie häufig Menschen unter Lachgaseinfluss Auto fahren, lässt sich daraus nicht ableiten.

Auch der nationale Gesetzgeber hat die Regeln verschärft. Das am 18. August 2026 verkündete RIPOST-Gesetz sieht unter anderem ein allgemeines Verkaufsverbot an Privatpersonen vor, das am 1. Februar 2027 in Kraft treten soll. Bis dahin bleibt der Einsatz in Cannes ein kommunaler Modellversuch mit begrenzter rechtlicher Reichweite. Die erste Bilanz beruht auf zehn Kontrollen in einer Nacht und auf Angaben der Stadtverwaltung.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info mit AFP
  • Légifrance
  • Stadt Cannes
  • Französisches Innenministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels