Paris – 15.10.2026: Cécile Kohler und Jacques Paris haben erstmals ausführlich im französischen Fernsehen über ihre jahrelange Haft im Iran gesprochen. In der am Donnerstagabend ausgestrahlten Sendung "Envoyé spécial" auf France 2 schildern sie Isolation, Verhöre und den Versuch, ihren psychischen Widerstand systematisch zu brechen. Das Paar war am 7. Mai 2022 festgenommen und mehr als dreieinhalb Jahre in Iran festgehalten worden.
Als besonders zermürbend beschreiben beide die ersten Monate in vollständiger Absonderung. Diese als "weiße Folter" bezeichnete Praxis hinterlässt nicht zwangsläufig sichtbare körperliche Verletzungen. Nach ihrer Darstellung zielte sie darauf, ihnen Orientierung, Sicherheit und jedes Gefühl für den Lauf der Zeit zu nehmen. Fehlende menschliche Kontakte, Schlafentzug und dauernder Druck hätten Wahrnehmung und Vertrauen erschüttert. Kohler fasst die Wirkung in einem Satz zusammen: "Sie werden verrückt."
Die beiden Franzosen waren am Ende einer privaten Reise durch Iran festgenommen worden. Die iranischen Behörden warfen ihnen Spionage vor; Frankreich wies die Anschuldigungen zurück. Paris bezeichnete ihre Inhaftierung wiederholt als willkürlich und sprach von staatlicher Geiselnahme. Kohler und Paris blieben lange voneinander getrennt. Der Kontakt zu Angehörigen und zur französischen Diplomatie war nach französischer Darstellung stark eingeschränkt.
Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis im November 2025 durften sie das Land zunächst nicht verlassen. Sie hielten sich mehrere Monate in der französischen Botschaft in Teheran auf. Erst am 7. April 2026 erhielten sie die Genehmigung zur Ausreise; einen Tag später kamen sie in Frankreich an. Präsident Emmanuel Macron empfing sie am 8. April im Élysée-Palast.
Die Dokumentation verbindet die Aussagen des Paares mit Berichten von Angehörigen, Diplomaten und weiteren Beteiligten. Sie zeichnet nach, wie Haftbedingungen und Ungewissheit als Druckmittel eingesetzt wurden. Kohler und Paris sprechen dabei nicht allein über einzelne Verhöre, sondern über eine langfristige Strategie der psychischen Zermürbung: Gefangene sollten an der eigenen Wahrnehmung zweifeln und ihre Bindung an Menschen außerhalb des Gefängnisses verlieren.
Der Bericht erscheint gut sechs Monate nach ihrer Rückkehr. Er rückt damit erneut einen Fall in den Blick, der die Beziehungen zwischen Paris und Teheran über Jahre belastete. Für Kohler und Paris endet die Erfahrung nicht mit der Ausreise. Bereits nach ihrer Heimkehr hatten sie auf die Schwierigkeiten hingewiesen, nach einer derart langen Isolation wieder in einen gewöhnlichen Alltag zurückzufinden. Mit der Fernsehdokumentation legen sie nun erstmals eine zusammenhängende öffentliche Schilderung ihrer Haftbedingungen vor.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée
- Canal+
- Télérama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).