Nashville – 06.10.2026: Christa Pike, eine zum Tode verurteilte Gefangene im US-Bundesstaat Tennessee, ist nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch wieder bei Bewusstsein und kann sprechen. Das teilten ihre Anwälte am Dienstag mit. Die 50-Jährige werde weiterhin in einem Krankenhaus behandelt. Trotz der jüngsten Verbesserung lasse sich ihr gesundheitlicher Zustand noch nicht abschließend beurteilen.
Der Bundesstaat hatte am 30. September versucht, Pike mit Pentobarbital hinzurichten. Nach Angaben ihrer Verteidigung erhielt sie zwei Injektionen, überlebte jedoch die Verabreichung des Mittels. Anschließend wurde sie aus der Riverbend Maximum Security Institution in Nashville in ein externes Krankenhaus gebracht. Das Justizvollzugsministerium von Tennessee erklärte, die vorgeschriebenen Schritte des geltenden Protokolls seien eingehalten worden.
Pikes Anwälte berichten von Verbrennungen und Blasen an beiden Armen. Die Gefangene sei während der Behandlung weiterhin an ihr Krankenhausbett gefesselt. Das zuständige medizinische Team äußerte sich bislang nicht öffentlich zu möglichen Langzeitfolgen. Die Verteidigung rechnet mit einer langen Genesungszeit. Wie es zu dem ungewöhnlichen Verlauf kommen konnte, ist öffentlich nicht geklärt.
Pike wurde wegen der Ermordung ihrer Mitschülerin Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt. Gerichtsunterlagen zufolge war sie zur Tatzeit 18 Jahre alt. Ihre Hinrichtung wäre die erste Vollstreckung eines Todesurteils an einer Frau in Tennessee seit mehr als zwei Jahrhunderten gewesen. Vor dem Termin hatten ihre Anwälte auf Pikes psychische Verfassung und frühere Gewalterfahrungen hingewiesen.
Nach dem gescheiterten Versuch stellen sich neue juristische Fragen. Bei einem weiteren Vollstreckungsversuch könnten Gerichte prüfen, ob dieser gegen das in der US-Verfassung verankerte Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen verstieße. Auch die Frage einer unzulässigen doppelten Bestrafung dürfte Teil möglicher Verfahren sein. Ein neuer Termin oder ein entsprechender Antrag des Bundesstaats war am Dienstag nicht bekannt.
Das Recht Tennessees sieht unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl vor, wenn die tödliche Injektion trotz angemessener Bemühungen nicht vollzogen werden kann. Republikanische Abgeordnete des Bundesstaats beraten nach dem Vorfall über mögliche weitere Optionen. Eine amtliche Entscheidung in Pikes Verfahren liegt bislang nicht vor. Die Behörden bestätigten lediglich, dass sie nach den Injektionen in ärztliche Behandlung gebracht wurde.
Damit bleiben sowohl Pikes medizinische Prognose als auch ihr rechtlicher Status ungeklärt. Ihre Anwälte erklärten zuletzt, sie sei ansprechbar und werde weiterhin intensivmedizinisch versorgt. Tennessee hat bislang keine Angaben zu einem erneuten Vollstreckungsversuch gemacht.
Quellen
- Franceinfo
- Tennessee Department of Correction
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).