Kultur

Claude Guibal erzählt, was der Krieg mit Menschen macht

In ihrem neuen Buch verarbeitet die französische Reporterin Erfahrungen aus mehreren Kriegsgebieten. Sie schreibt über Gewalt, Nähe und die Grenzen journalistischer Distanz.

Paris – 07.09.2026: Wer aus einem Krieg berichtet, beobachtet Gewalt und wird zugleich selbst von ihr geprägt. Die französische Reporterin Claude Guibal hat am Montag bei Franceinfo über diese Erfahrung gesprochen. Anlass war ihr neues Buch "Was der Krieg mit Menschen macht", das am 2. September bei Albin Michel in Zusammenarbeit mit Radio France erschienen ist. Darin schildert sie, wie Kriege das Leben von Zivilisten, Soldaten und Berichterstattern verändern.

Guibal arbeitet als internationale Großreporterin für Radio France. Zuvor lebte sie 15 Jahre lang in Ägypten und berichtete für mehrere französische Medien aus dem Nahen Osten. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich im Jahr 2012 setzte sie ihre Arbeit in Krisen- und Kriegsregionen fort. Frühere Bücher widmete sie unter anderem der ägyptischen Revolution und islamistischen Bewegungen.

Im neuen Band verbindet Guibal Beobachtungen aus der Ukraine mit Erinnerungen an Einsätze in der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Bosnien und dem Nahen Osten. Ihre Aufmerksamkeit gilt Menschen, deren Alltag von Bombardierungen, Vertreibung oder militärischer Gewalt bestimmt wird. Sie beschreibt Angst und Erschöpfung, aber auch gegenseitige Hilfe und den Versuch, unter Ausnahmebedingungen eine Form von Normalität zu bewahren.

Zugleich untersucht das Buch die Rolle jener Reporterinnen und Reporter, die Zeugnisse sammeln und anschließend für Radio, Fernsehen oder Nachrichtenagenturen verdichten müssen. Guibal beschäftigt sich mit der professionellen Distanz, die ihr Beruf verlangt, und mit den Spuren, die persönliche Begegnungen hinterlassen. Nach Angaben des Verlags handelt der Band von den Grenzen zwischen Beobachtung, Verantwortung und persönlichem Engagement.

Eine Veranstaltung in der Pariser Maison de la Poésie war dem Buch bereits am 4. September gewidmet. Dort sprach Guibal mit dem Journalisten Fabrice Rousselot über die Entstehung des Textes und stellte sich den Fragen des Publikums. Der Abend gehörte zum Festival Les Traversées du Marais. Für September wurden weitere Begegnungen mit der Autorin in Nancy, Straßburg und Orléans angekündigt.

Der 240 Seiten umfassende Band ist Teil des literarischen Herbstprogramms und kostet in Frankreich 19,90 Euro. Radio France und Albin Michel veröffentlichen ihn als gemeinsames Projekt. Guibal knüpft darin an ihre langjährige Berichterstattung über internationale Konflikte an, rückt jedoch die persönlichen Folgen stärker in den Vordergrund.

Die Kapitel folgen keiner Chronik militärischer Ereignisse. Ausgangspunkt sind konkrete Begegnungen, darunter Recherchen in der Ukraine im Winter 2023, die Guibal mit Erinnerungen an frühere Einsätze verknüpft. Das Buch ist seit dem 2. September im französischen Buchhandel erhältlich.

Quellen

  • Franceinfo
  • Radio France
  • Éditions Albin Michel
  • Maison de la Poésie Paris

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels