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Für die über 65-Jährigen hat die Auffrischungskampagne in Frankreich vor nunmehr über zwei Monaten begonnen. In Kürze werden auch die 50- bis 64-Jährigen Zugang dazu haben. Und seit einigen Tagen plädieren Vertreter der wissenschaftlichen Gemeinschaft dafür, die Booster-Impfung auf die gesamte Bevölkerung auszuweiten.
Laut einer Studie in The Lancet, die bereits am 29. Oktober 2021 veröffentlicht wurde, bewirkt die Auffrischung der Impfung gegen Covid-19 einen stärkeren Schutz der Geimpften Personen. Die Studie wurde in Israel an 1,4 Millionen Menschen durchgeführt und belegt, dass die dritte Dosis zu 93% gegen Krankenhausaufenthalte, zu 92% gegen sehr schwere Formen der Krankheit und zu 81% gegen das Todesrisiko wirksam ist.
Das Ziel einer Impfung ist einfach: Es geht darum, ein Immungedächtnis aufzubauen. Bei der ersten Injektion trifft das Immunsystem zum ersten Mal auf einen Köder des Sars-COV-2, nicht auf das vollständige und infektiöse Virus, sondern auf ein Protein. Dadurch lernt es, das virale Protein zu erkennen. Die zweite Injektion ermöglicht es, das Gedächtnis des Immunsystems zu verstärken. Nach dieser zweiten Injektion dauert es zwei Wochen, bis die Immunantwort aktiv und rebootet ist. Diese beiden Injektionen stellen das vollständige Impfschema dar, d. h. sie haben zusammen 100% des Immunsystems mobilisiert und somit ein gutes Immungedächtnis aufgebaut.
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Warum aber ist dann eine dritte Dosis notwendig? In neueren Studien hat man nun festgestellt, dass unsere Immunabwehr nach sechs Monaten zu sinken beginnt. Sie fällt zwar nicht drastisch ab, aber sie nimmt stetig ab und das vor allem bei sehr alten Menschen, weil deren Immunsystem zu ermüden beginnt. Die Impfkampagne für die dritte Dosis, die in Frankreich vor zwei Monaten für Personen ab 65 Jahren gestartet wurde, ist eigentlich eine Auffrischungsimpfung. Sie zielt darauf ab, das Immunsystem wieder voll zu mobilisieren.
Und die neuesten israelischen und amerikanischen Studien haben gezeigt, dass das funktioniert: Nur zwei Tage nach der Auffrischungsimpfung ist die Reaktion in Form der Antikörperproduktion sehr stark. Außerdem gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diese Auffrischung zu einer länger anhaltenden Immunantwort führen wird. Mehr als sechs Monate und hoffentlich mehr als ein Jahr, meint viele Virologen. Eine Auffrischungsimpfung ist umso interessanter für diejenigen, die vorher mit AstraZeneca und Janssen geimpft wurden: Wenn sie ihre Auffrischungsimpfung mit Pfizer oder Moderna erhalten, zeigen die neuesten Studien, dass sie eine qualitativ bessere Immunantwort haben werden, als wenn sie mit demselben Impfstoff erneut geimpft worden wären.
Steht uns eine vierte Impfung bevor? Zum jetzigen Zeitpunkt wird dies nicht empfohlen. Es gibt noch keine wissenschaftlichen Argumente, um tatsächlich eine 4. Dosis in Betracht zu ziehen. Aber man darf nicht vergessen, dass es die Covid-19-Epidemie erst seit 2020 gibt. Wir haben also nur sehr wenig Erfahrung mit der Immunität und den Impfstoffen gegen das Coronavirus.