Covid-19-Impfung: 5 Fragen zur Auffrischungsimpfung, die ab Herbst in Frankreich erhältlich ist

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Die Hohe Gesundheitsbehörde empfiehlt diese 3. Dosis insbesondere für die schwächsten Personen.

Die französische oberste Gesundheitsbehörde (HAS) gab am Dienstag, dem 24. August, bekannt, dass sie eine Auffrischungsdosis für alle Menschen ab 65 Jahren sowie für alle, die ein Risiko für schwere Formen der Krankheit aufweisen, befürwortet.

1) Was ist der Zweck dieser Auffrischungsdosis?
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation zu einem Moratorium aufgerufen hat, planen mehrere europäische Länder sowie die Vereinigten Staaten und Israel für diesen Herbst eine Auffrischungskampagne, um den Schwächsten einen guten Schutz gegen die Krankheit zu ermöglichen und gleichzeitig die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen. Jüngste Studien zeigen, dass die Wirksamkeit bestimmter Impfstoffe mittelfristig leicht abnimmt, insbesondere bei älteren Menschen. Die Studien bestätigen einen ähnlichen Trend gegen die Delta-Variante, wie die Zeitschrift Nature am 19. August veröffentlichte.

“Zwischen sechs und zwölf Monaten nach der ersten vollständigen Impfung ist eine Auffrischungsdosis für Personen wichtig, die ein Risiko für schwere Formen haben”, sagte Dominique Le Guludec, Präsident der HAS, auf Franceinfo. Für die Hohe Gesundheitsbehörde ist diese neue Injektion auch dadurch gerechtfertigt, dass die beunruhigende “epidemische Situation mit dem Auftreten der Delta-Variante verbunden ist, die übertragbarer ist”.

2) Wer kommt für diese zusätzliche Dosis in Frage?
Zwei Hauptgruppen der Bevölkerung sind von dieser Empfehlung der HAS betroffen. Zum einen Menschen ab 65 Jahren und zum anderen Menschen, die unabhängig von ihrem Alter Vorerkrankungen aufweisen, die das Risiko für schwere Formen von Covid-19 erhöhen. Diabetes, Fettleibigkeit, Herz- oder Ateminsuffizienz sind nur einige der zahlreichen Krankheiten, die das HAS auf seiner Website auflistet. Auch Krebspatienten, die sich in Behandlung befinden, Dialysepatienten, Organtransplantierte und Menschen mit dem Down-Syndrom sind betroffen.

“Wir rechnen mit mindestens 15 Millionen zusätzlichen Impfungen”, schätzt Dominique Le Guludec. Insgesamt sind etwa 18 Millionen Franzosen von der Auffrischungsaktion betroffen, schätzte das Gesundheitsministerium am Dienstag während einer Online-Pressekonferenz.

3) Welche Impfstoffe werden verwendet?
Dies ist ein wichtiges Detail. Die Hohe Gesundheitsbehörde empfiehlt, für diese Auffrischungskampagne nur Boten-RNA-Impfstoffe zu verwenden. Es sind also die Impfstoffe von Pfizer-BioNTech und Moderna, die gespritzt werden sollen. Es gibt keine Präferenz für den einen oder den anderen. Denn beide Impfstoffe sind “sehr wirksam gegen schwere Formen von Covid-19, einschließlich der von der Delta-Variante hervorgerufenen”, unterstreicht die HAS.

Dabei spielt es keine Rolle, wie die ursprüngliche Impfung aussah. Es ist egal, ob die betroffenen zuvor Impfungen von AstraZeneca, einen Boten-RNA-Impfstoff, eine Einzeldosis eines Impfstoffs nach einer Genesung von Covid-19 oder eine Einzeldosis des Impfstoffs von Janssen erhalten haben.

4) Wie ist der Mindestabstand zu der ursprünglichen Impfung?
Die HAS verlangt einen Mindestabstand von sechs Monaten zwischen dem Datum der vollständigen Impfung und dem Datum der Auffrischungsdosis. Für Personen, die mit dem Einzelimpfstoff von Janssen geimpft wurden, empfiehlt die HAS diese Auffrischung jedoch schon ab 4 Wochen nach der ersten Injektion.

Es bestehen jedoch weiterhin Zweifel hinsichtlich des Starts dieser neuen Impfkampagne. Während die Regierung darauf drängt, die Kampagne bereits Anfang September zu starten, empfiehlt die Gesundheitsbehörde, sie erst Ende Oktober zu beginnen.

“Es gibt keine Dringlichkeit”, sagt ihr Präsident, Dominique Le Guludec, gegenüber Franceinfo. “Der Rückgang der Impfstoffwirksamkeit ist progressiv und moderat im Laufe der Zeit”, fügt er hinzu. Vor allem will die HAS Ende Oktober zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem man diese Auffrischung gleichzeitig mit der Impfung gegen die saisonale Grippe organisiert, für die laut Santé Public France jedes Jahr ein Großteil der über 65-Jährigen sowieso schon einen Arzt aufsucht. Das Ziel ist, dass die Menschen nicht zweimal geimpft werden müssen”, erklärt Dominique Le Guludec, “und somit von beiden Impfungen gleichzeitig profitieren können”.

Ein letztes Detail könnte die Auffrischungskampagne verzögern: Die Zulassungen für die derzeit verfügbaren Impfstoffe decken eine solche Verwendung nicht ab. Frankreich muss daher auf das grüne Licht der Europäischen Arzneimittelagentur warten, bevor es diesen Schritt geht.

5) Wird der Rest der Bevölkerung auch bald betroffen sein?
Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass auch vollständig geimpfte Personen unter 65 Jahren zu einer Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 aufgefordert werden. Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde gibt es “bisher keine Daten, die dies rechtfertigen”. Das wissenschaftliche Gremium zieht es jedoch vor, auf Nummer sicher zu gehen, und warnt, dass eine Auffrischungsdosis für andere Personengruppen “wahrscheinlich in den kommenden Monaten notwendig werden könnte”, ohne jedoch mehr über die Zielpopulation oder einen Zeitplan zu sagen.


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