Paris – 12.10.2026: Ein Cyberangriff auf die Steuerung von Kühlanlagen hat am Montag Filialen der Handelsketten Intermarché und Système U in Frankreich beeinträchtigt. Betroffen sind Kühlmöbel und Tiefkühlanlagen, deren Regelungstechnik vom dänischen Hersteller Danfoss stammt. Der Handelsverbund Les Mousquetaires bestätigte gegenüber Radio France, dass der Angriff Systemen des Zulieferers galt. Die Störung begann nach den bislang bekannten Angaben in der Nacht zum Montag.
Bei Intermarché waren nach Informationen von TF1 mindestens 150 Märkte betroffen. Auch Système U meldete Einschränkungen. Der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbunds, Dominique Schelcher, erklärte, mehrere Filialen seien von der Attacke auf die Kälteanlagen erfasst worden. Beschäftigte und Fachbetriebe für Kältetechnik arbeiteten daran, die Anlagen wieder in den regulären Betrieb zu bringen.
Nach den bisherigen Berichten richtete sich der Angriff nicht gegen Kassensysteme oder Kundenkonten, sondern gegen die technische Fernsteuerung der Kühlung. Solche Systeme überwachen Temperaturen und regeln etwa Abtauvorgänge in Verkaufsflächen, Kühlräumen und Gefrierbereichen. Danfoss stellt Steuerungs- und Überwachungstechnik für gewerbliche Kälteanlagen her, wie sie im Lebensmitteleinzelhandel eingesetzt wird.
Mehrere Medien berichteten, dass an einzelnen Anlagen unzulässige Temperatureinstellungen ausgelöst worden sein könnten. Für sämtliche betroffenen Märkte lässt sich dies bislang nicht bestätigen. Ausfälle oder Fehlsteuerungen können Händler jedoch zwingen, Waren aus Frische- und Tiefkühlbereichen vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen. Bevor die Produkte wieder angeboten werden, müssen die Filialen prüfen, ob die vorgeschriebenen Temperaturen durchgehend eingehalten wurden.
Les Mousquetaires kündigte laut Medienberichten an, außergewöhnliche Nachbestellungen der angeschlossenen Märkte vorrangig zu bearbeiten. Filialen, die gekühlte oder tiefgefrorene Waren ersetzen müssen, sollen so schneller beliefert werden. Die Störung kann daher neben technischen Reparaturen zusätzliche Kosten durch verdorbene Produkte, Kontrollen und außerplanmäßige Lieferungen verursachen. Belastbare Angaben zur Schadenshöhe, zur Gesamtzahl der beeinträchtigten Geschäfte und zur voraussichtlichen Dauer lagen am Montagmittag nicht vor.
Danfoss hatte zunächst keine ausführliche Stellungnahme zum Ablauf veröffentlicht. Auch zur Angriffsmethode, zu möglichen Tätern und zu einem etwaigen Datenabfluss gab es keine verifizierten Angaben. Bislang betrifft der Vorfall vor allem die Betriebssicherheit vernetzter technischer Anlagen; Hinweise auf eine Kompromittierung personenbezogener Kundendaten wurden nicht bekannt.
Die französische Cybersicherheitsstelle CERT-FR empfiehlt Unternehmen, vernetzte Steuerungs- und Informationssysteme gegen unbefugte Zugriffe abzusichern. Die Händler konzentrierten sich zunächst auf die Wiederherstellung der Kühlung, die Kontrolle der betroffenen Waren und die Nachversorgung ihrer Filialen. Zu einer möglichen Urheberschaft lagen bis zum Nachmittag keine behördlich bestätigten Erkenntnisse vor.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Numerama
- Danfoss
- CERT-FR
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).