Paris – 09.10.2026: Ein Cyberangriff hat am Freitag die Online-Abstimmung der sozialdemokratischen Linken in Frankreich gestört. Die Organisationskommission verlängerte die erste Runde der Vorwahl deshalb bis Sonntag, 11. Oktober 2026, um 18 Uhr. Ursprünglich sollte die Stimmabgabe am Samstag enden. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Veranstalter nun am Sonntag gegen 18.30 Uhr.
Die Abstimmung hatte am Freitag um 8 Uhr begonnen. Nach Angaben der Kommission richtete sich der Angriff gegen die Plattform e-votez, über die das gesamte Verfahren abgewickelt wird. Eine große Zahl künstlich erzeugter Zugriffe habe die Verbindungen verlangsamt und den Zugang zeitweise erschwert. Ein vollständiger Abbruch der Wahl wurde nicht gemeldet. Am Freitagabend sei die Plattform wieder weitgehend normal erreichbar gewesen.
Patrick Mennucci, der Vorsitzende der Organisationskommission, erklärte gemeinsam mit den fünf Bewerbern, technische Fachleute hätten keine Veränderung bereits abgegebener Stimmen festgestellt. Die Integrität des Votums sei nach bisheriger Prüfung nicht beeinträchtigt. Diese Einschätzung gibt den Kenntnisstand der Veranstalter wieder. Wer hinter dem Angriff steckt und welches Motiv zugrunde liegen könnte, war am Freitagabend unbekannt.
Mit der Verlängerung will die Kommission verhindern, dass registrierte Teilnehmer wegen eines langsamen oder blockierten Zugangs von der Abstimmung ausgeschlossen werden. Eine telefonische und digitale Anlaufstelle für technische Probleme blieb nach Angaben der Organisatoren erreichbar. Da die Vorwahl vollständig online stattfindet, hängt die Teilnahme unmittelbar von der Funktionsfähigkeit der Plattform ab.
Die Vorwahl soll bestimmen, wer das sozialdemokratische linke Spektrum bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 vertritt. Zur Wahl stehen Olivier Faure, Jérôme Guedj, Emmanuel Maurel, Raphaël Glucksmann und Ségolène Royal. Nach Angaben der Organisationskommission hatten sich vor Ablauf der Frist mehr als 140.000 Menschen für die Teilnahme registriert.
Der Zwischenfall trifft damit ein Verfahren, das den Anspruch erhebt, eine breite politische Beteiligung mit einem vollständig digitalen Wahlgang zu verbinden. Die zusätzliche Abstimmungszeit soll die technische Störung ausgleichen, verändert jedoch auch den Ablauf der politischen Entscheidung: Der ursprünglich für Samstag erwartete Abschluss verschiebt sich um einen Tag.
Ob französische Behörden Ermittlungen aufgenommen haben, war zunächst nicht öffentlich bestätigt. Auch eine strafrechtliche Bewertung des Vorfalls lag am Freitagabend nicht vor. Die Kommission sprach von automatisierten Zugriffen, welche die Serverkapazität belastet hätten. Belastbare Hinweise auf die Herkunft des Angriffs wurden nicht genannt.
Quellen
- Franceinfo
- LCP – Assemblée nationale
- Euronews mit AFP
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).