Umwelt

Daikin plant bei Lyon neuen fluorierten Stoff, der zu TFA zerfällt

Daikin Chemical France hat für sein Werk in Oullins-Pierre-Bénite ein Projekt mit einem neuen fluorierten Stoff eingereicht. Bei dessen Abbau kann Trifluoressigsäure entstehen. TFA steht wegen möglicher Umwelt- und Gesundheitsrisiken unter besonderer Beobachtung.

Oullins-Pierre-Bénite – 02.08.2026: Daikin Chemical France plant an seinem Standort südlich von Lyon den Einsatz eines neuen fluorierten Stoffes. Der japanische Industriekonzern hat dafür nach Medienberichten vom 1. August ein Dossier bei den zuständigen staatlichen Stellen eingereicht. Die Produktion soll den bislang bekannten Projektangaben zufolge Ende 2028 beginnen. Eine abschließende behördliche Genehmigung ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Brisant ist das Vorhaben, weil der Stoff bei seinem Abbau Trifluoressigsäure, kurz TFA, bilden kann. TFA gehört zu den sehr kurzkettigen fluorierten Verbindungen, ist äußerst langlebig und wird in der Region inzwischen gesondert überwacht. Der Standort Oullins-Pierre-Bénite liegt in der als Chemietal bekannten Industriezone südlich von Lyon, in der Behörden seit Jahren Belastungen durch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, in Böden und Gewässern untersuchen.

Einige Registranten haben TFA und seine Salze nach Unterlagen der Europäischen Kommission als vermutlich fortpflanzungsgefährdend in die Kategorie 2 eingeordnet. Deutsche Behörden schlugen darüber hinaus eine harmonisierte Einstufung in die strengere Kategorie 1B vor. Dieser Vorschlag ist jedoch nicht mit einer bereits verbindlich beschlossenen europaweiten Klassifizierung gleichzusetzen.

In einem anderen regulatorischen Verfahren bewertete die Europäische Kommission TFA als toxikologisch relevanten Metaboliten mit hohem Potenzial zur Verunreinigung des Grundwassers. Gegenstand dieses Verfahrens war das Pflanzenschutzmittel Flufenacet, nicht das Projekt von Daikin. Die Bewertung belegt daher keinen konkreten Schaden durch das geplante Verfahren in Oullins-Pierre-Bénite, dokumentiert aber die fachliche und regulatorische Aufmerksamkeit für TFA.

Die regionale Umweltbehörde DREAL nahm die Verbindung im Januar 2025 in die Liste der auf der Industrieplattform überwachten Stoffe auf. Nach Angaben der Behörde beendete Daikin Ende 2025 die Verwendung des zuvor eingesetzten PFAS PFHxA und ersetzte ihn durch eine Substanz, die nicht zur PFAS-Gruppe gehört. Das jetzt bekannt gewordene Vorhaben ist davon zu unterscheiden und bildet ein eigenständiges Produktionsprojekt.

Am Chemin de la Volta betreibt Daikin Chemical France eine genehmigungspflichtige Industrieanlage. Das staatliche Register Géorisques verzeichnet für den Betrieb einen zusätzlichen Präfekturerlass vom 9. April 2026. Damit unterliegt das Werk weiterhin besonderen Kontrollen für Industrie- und Umweltrisiken.

Auch Gerichte beschäftigten sich bereits mit der PFAS-Problematik des Standorts. Das Verwaltungsgericht Lyon entschied am 23. Januar 2025, dass eine von Daikin geplante Vorcompound-Anlage unter zusätzlichen technischen Auflagen weiterbetrieben werden durfte. Ob und unter welchen Auflagen das neue Projekt genehmigt werden kann, müssen nun die zuständigen Behörden anhand des eingereichten Dossiers prüfen.

Quellen

  • France 3 Auvergne-Rhône-Alpes
  • DREAL Auvergne-Rhône-Alpes
  • Europäische Kommission
  • Géorisques
  • Verwaltungsgericht Lyon
  • Le Dauphiné Libéré

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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