Paris – 13.09.2026: Das Musée d'Orsay widmet dem Bildhauer Auguste Bartholdi von Dienstag, 15. September, an eine große Ausstellung. Unter dem Titel "Auguste Bartholdi. Die Freiheit, die die Welt erleuchtet" rückt sie den Mann hinter einem Monument ins Licht, dessen Silhouette weltweit bekannt ist, während sein Name oft hinter der erhobenen Fackel verschwindet. Die Schau läuft bis zum 31. Januar 2027.
Den zeitlichen Rahmen bilden zwei Jubiläen: Am 4. Juli 2026 jährte sich die amerikanische Unabhängigkeitserklärung zum 250. Mal, am 28. Oktober folgt der 140. Jahrestag der Einweihung der Freiheitsstatue im Hafen von New York. Bartholdis Werk war als Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten gedacht. Die ursprünglich für 1876 geplante Übergabe verzögerte sich jedoch um ein Jahrzehnt.
Das Museum zeichnet eine Entstehungsgeschichte nach, in der Kunst, republikanische Ideen, Spendenkampagnen und moderne Ingenieurskunst zusammenkamen. Die Statue trägt den eigentlichen Titel "La Liberté éclairant le monde", auf Deutsch: "Die Freiheit, die die Welt erleuchtet". Mit Fackel, Strahlenkranz und der Tafel, die das Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung trägt, wurde sie zu einer sorgfältig komponierten Allegorie.
Die Idee geht nach Darstellung des Museums auf den Juristen Édouard Laboulaye zurück, der 1865 eine Geste der französisch-amerikanischen Freundschaft anregte. Der 1834 in Colmar geborene Bartholdi hatte zunächst eine monumentale Lichtgestalt für den Suezkanal entworfen. Nach dem Ende des Zweiten Kaiserreichs entwickelte er daraus eine Figur, die Freiheit mit politischer Zuversicht verbinden sollte.
Die Ausstellung schildert Bartholdi zugleich als geschickten Selbstdarsteller und Organisator öffentlicher Unterstützung. Noch vor der Vollendung zirkulierte das Bild der Statue in illustrierten Zeitungen und auf Weltausstellungen. Einzelne Bauteile wurden in Originalgröße präsentiert, um Aufmerksamkeit zu wecken und Spenden einzuwerben. Die spätere Ikone war damit schon ein Medienereignis, bevor sie New York erreichte.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt der Konstruktion. Eugène Viollet-le-Duc entwarf zunächst technische Lösungen für das gewaltige Werk. Nach seinem Tod übernahm Gustave Eiffel die Weiterentwicklung der inneren Tragstruktur. In Pariser Werkstätten wurden die Kupferplatten gehämmert und montiert. Die Figur selbst misst 46 Meter; mit ihrem Sockel erreicht das Denkmal 93 Meter.
Die gemeinsam mit dem Musée Bartholdi in Colmar organisierte Schau will den Künstler aus dem Schatten seines berühmtesten Werks holen. Ergänzend eröffnet auf rund 700 Quadratmetern der Galerie Amont eine virtuelle Erfahrung, die den Weg der Statue von Paris nach New York nachzeichnet. So erscheint das vertraute Postkartenmotiv erneut als technisch kühnes und mühsam finanziertes Großprojekt des 19. Jahrhunderts.
Quellen
- Musée d'Orsay
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).