London – 23.09.2026: Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod von Diana, Princess of Wales, ist der Streit über den Umgang des britischen Königshauses mit ihr neu entbrannt. Charles Spencer, ihr jüngerer Bruder, beschreibt in seinem Erinnerungsbuch "Swan Song: Diana, My Sister" die Stunden und Tage nach dem tödlichen Unfall im August 1997. Seine Schilderungen treffen den heutigen König Charles III. mit ungewöhnlicher Härte.
Spencer behauptet, der damalige Prinz Charles habe während eines Telefonats nach Dianas Tod auffallend gelöst, geradezu euphorisch gewirkt. Außerdem soll er sich abfällig über seine frühere Frau geäußert haben, als es zum Streit über die Gestaltung der Beisetzung kam. Es handelt sich um Spencers Erinnerung an ein fast 30 Jahre zurückliegendes Gespräch; unabhängige Belege für dessen Wortlaut liegen nicht vor.
Buckingham Palace reagierte auf die Darstellung, obwohl der Hof Veröffentlichungen dieser Art gewöhnlich nicht kommentiert. Ein Sprecher erklärte, König Charles sei sich bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer Erinnerung, Urteil und Wahrnehmung auch nach vielen Jahren prägen könne. Höflich im Ton, weist die Erklärung Spencers Darstellung in der Sache entschieden zurück.
Das Buch erschien am 22. September und verbindet Familiengeschichte mit einer Rekonstruktion jener Woche, in der Großbritannien in eine nationale Trauer fiel. Spencer erinnert an den Konflikt um den Trauerzug am 6. September 1997. Damals gingen Dianas Söhne William und Harry, beide noch Kinder, hinter dem Sarg ihrer Mutter durch London. Spencer schreibt, er habe sich der Planung des Palastes widersetzt.
Der Gang der beiden Prinzen prägte sich als eines der eindringlichsten Bilder jener Tage in das öffentliche Gedächtnis ein. Viele Beobachter empfanden die Rolle der Kinder damals als Zumutung. In Spencers Darstellung verbindet sich diese Episode mit dem Vorwurf, Diana sei selbst nach ihrem Tod den Regeln und Erwartungen des Hofes unterworfen gewesen.
Bei der Trauerfeier in der Westminster Abbey hielt Spencer eine Rede, die wegen ihrer direkten Kritik an Presse und Monarchie in Erinnerung blieb. Damals versprach er, Dianas Söhne im Sinne ihrer Mutter zu begleiten. Das neue Buch knüpft an diesen Anspruch an und ist zugleich der persönliche Versuch eines Bruders, die Deutung jener Tage gegen die Erzählung des Palastes zu behaupten.
Für Charles III. berührt der Streit einen besonders empfindlichen Teil der eigenen Familiengeschichte. Der Palast setzt Spencers Erinnerungen keine ausführliche Gegendarstellung entgegen, bestreitet aber ihre Verlässlichkeit. Damit steht erneut ein Telefongespräch aus dem Jahr 1997 im Zentrum einer öffentlichen Auseinandersetzung, deren Wortlaut sich unabhängig nicht überprüfen lässt.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Buckingham Palace
- Penguin Random House
- Penguin Books
- Euronews
- The Guardian
- ITV News
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).