Fontainebleau – 10.09.2026: Diesel ist an französischen Tankstellen derzeit deutlich teurer als der meistverkaufte Ottokraftstoff Super E10. Der landesweite Durchschnittspreis für Diesel lag am Donnerstag bei 2,300 Euro je Liter, Super E10 kostete 2,124 Euro. Der Aufschlag betrug damit 17,6 Cent je Liter. Franceinfo berichtet aus Fontainebleau im Département Seine-et-Marne über die Folgen für private Autofahrer und Berufstätige.
Viele Dieselbesitzer hatten ihr Fahrzeug einst wegen des geringeren Verbrauchs und des früher meist günstigeren Kraftstoffs gewählt. Diese Rechnung geht nun seltener auf: Bei einer Tankfüllung von 50 Litern ergibt sich durch den aktuellen Preisabstand gegenüber E10 ein Mehrbetrag von 8,80 Euro. Ob ein Dieselfahrzeug dennoch wirtschaftlicher bleibt, hängt vom jeweiligen Verbrauch, der jährlichen Fahrleistung sowie den Wartungskosten ab.
Innerhalb einer Woche verteuerten sich sämtliche verbreiteten Kraftstoffe. Der Dieselpreis stieg nach den verfügbaren landesweiten Durchschnittswerten um 4,4 Cent je Liter oder 1,95 Prozent. Super E10 legte um 3,8 Cent beziehungsweise 1,84 Prozent zu. Die Preise an einzelnen Tankstellen unterscheiden sich abhängig von Standort, Wettbewerb und Vertriebsunternehmen. Die staatliche Datenbank wird fortlaufend anhand der Meldungen der Verkaufsstellen aktualisiert.
Der gegenwärtige Abstand kehrt die langjährige Preisstruktur um. Nach Daten des französischen Statistikdienstes für nachhaltige Entwicklung kostete Diesel 2025 im Jahresdurchschnitt 1,62 Euro je Liter, Super E10 hingegen 1,69 Euro. Der damalige Preisvorteil beruhte zum Teil auf der niedrigeren Verbrauchsteuer für Diesel. Schwankende Beschaffungs- und Raffineriekosten können diesen Vorteil jedoch vollständig aufzehren.
Die Regierung führt den jüngsten Anstieg auf Störungen an der wichtigen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus, die gegenseitigen Angriffe der Vereinigten Staaten und Irans sowie hohe Raffineriekosten zurück. Diese Faktoren belasten die Versorgung mit Rohöl und Mineralölprodukten. Der höhere Dieselpreis lässt sich daher nicht allein mit französischen Steuern oder der Preispolitik einzelner Tankstellenketten erklären.
Für besonders belastete Wirtschaftszweige wurden die Hilfen für September und Oktober 2026 verlängert. Landwirte erhalten 15 Cent je Liter, Fischereibetriebe 25 Cent und Unternehmen des Baugewerbes 20 Cent. Die im Frühjahr eingeführte Unterstützung für Straßentransporte endete dagegen am 31. August. Bereits bewilligte Zahlungen für frühere Zeiträume sollen weiterhin ausgezahlt werden.
Einkommensschwächere Vielfahrer können die Kraftstoffhilfe noch bis zum 30. September 2026 beantragen. Anspruchsberechtigt sind laut Regierung Menschen, die für den täglichen Hin- und Rückweg mindestens 30 Kilometer fahren oder jährlich mehr als 8.000 Kilometer zurücklegen. Für den Zeitraum von April bis August beträgt die Hilfe insgesamt 100 Euro. Nach Regierungsangaben haben sie bereits 1,4 Millionen Menschen beantragt.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Regierungsdaten zu Kraftstoffpreisen
- Französische Regierung: Kraftstoffhilfen
- Französischer Statistikdienst für nachhaltige Entwicklung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).