Paris – 22.09.2026: Der durchschnittliche Preis für einen Liter Diesel ist in Frankreich erstmals über die Marke von 2,40 Euro gestiegen. Nach Auswertungen öffentlich gemeldeter Tankstellenpreise kostete Diesel am Dienstag im landesweiten Mittel 2,402 Euro je Liter. Der Preis für Superbenzin SP95-E10 lag bei rund 2,16 Euro. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte: Je nach Region, Tankstellennetz und Standort können die tatsächlichen Preise erheblich abweichen.
Der Betrag auf der Zapfsäulenanzeige hängt nicht allein vom Rohölpreis ab. Maßgeblich sind zunächst die internationalen Notierungen für bereits raffinierte Produkte wie Diesel und Benzin. Sie können sich anders entwickeln als der Preis für ein Barrel Rohöl, etwa wenn Raffineriekapazitäten knapp werden oder die Nachfrage nach einem bestimmten Kraftstoff steigt. Hinzu kommen die Kosten für Raffinerien, Importe, Lagerung und den Transport bis zur Tankstelle. Frankreich ist dabei eng in den europäischen und weltweiten Handel mit Erdölprodukten eingebunden.
Einen großen Anteil am Endpreis haben zudem die staatlichen Abgaben. Auf Kraftstoffe wird eine Verbrauchsteuer erhoben, hinzu kommt eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent. Diese wird auf den gesamten Nettobetrag einschließlich der Verbrauchsteuer berechnet. Das Wirtschaftsministerium nennt die Besteuerung deshalb als einen wesentlichen Bestandteil des an der Tankstelle gezahlten Preises. Steigt der Preis vor Steuern, nimmt zugleich der Mehrwertsteuerbetrag je Liter zu.
Auch die Strecke zwischen Raffinerie oder Importterminal und Zapfsäule verursacht Kosten. Dazu zählen der Transport per Pipeline, Bahn, Schiff oder Lastwagen, die Lagerhaltung, der Betrieb der Tankstellen und die Vergütung der Händler. Nach Angaben des Umweltministeriums umfasst dieser Teil der Rechnung außerdem Aufwendungen aus gesetzlichen Verpflichtungen, darunter strategische Vorräte und die Beimischung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor. Die eigentliche Handelsspanne bildet daher nur einen Teil der Kostenkette.
Kurzfristig kann der Staat den Endpreis vor allem durch niedrigere Steuern oder finanzielle Hilfen beeinflussen. Eine allgemeine Senkung der Verbrauchsteuer würde Autofahrer unmittelbar entlasten, zugleich aber die öffentlichen Einnahmen schmälern. Die Regierung setzt stattdessen auf eine begrenzte Unterstützung: Knapp drei Millionen Menschen mit niedrigem Einkommen, die ihr privates Fahrzeug für den Arbeitsweg benötigen, sollen eine Kraftstoffhilfe von 100 Euro erhalten. Nach Regierungsangaben entspricht dies bei einem durchschnittlichen Verbrauch über sechs Monate einer Entlastung von ungefähr 20 Cent je Liter.
Die Kraftstoffpreise selbst werden grundsätzlich von den Unternehmen festgelegt. Behörden können jedoch die Preisbildung kontrollieren, Margen beobachten und Vergleiche erleichtern. Das Finanzministerium veröffentlicht dafür die täglichen Meldungen von nahezu 10.000 Tankstellen. Für Autofahrer bleibt der Standort entscheidend: Autobahntankstellen, innerstädtische Anbieter und Stationen im ländlichen Raum können trotz desselben Landesdurchschnitts deutlich unterschiedliche Literpreise verlangen.
Quellen
- Le Monde mit Auswertung der Agence France-Presse
- Französisches Ministerium für ökologischen Wandel
- Französisches Wirtschaftsministerium
- Französisches Finanzministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).