Wirtschaft

Dieselpreis erreicht Rekord: Regierung prüft gezielte Hilfen

Diesel kostet in Frankreich im Schnitt rund 2,41 Euro je Liter. Premierminister Sébastien Lecornu berät über die Versorgungslage und Entlastungen für besonders betroffene Haushalte.

Paris – 21.09.2026: Der durchschnittliche Dieselpreis hat in Frankreich mit rund 2,41 Euro je Liter einen neuen Höchststand erreicht. Premierminister Sébastien Lecornu hat deshalb für Montag zwei Beratungen im Amtssitz Matignon angesetzt. Die erste Sitzung gilt der Versorgung des Landes mit Erdöl und Erdgas, die zweite möglichen kurz- und mittelfristigen Entlastungen für die Bevölkerung.

Auslöser ist der anhaltende Krieg im Nahen Osten, der internationale Energie- und Transportströme beeinträchtigt. Die französische Regierung verbindet die Preisfrage deshalb mit der Sicherung der Lieferungen. Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte am Vormittag, gegenwärtig bestehe für Frankreich kein Versorgungsproblem. Der Staat müsse jedoch Vorsorge treffen, falls der Konflikt und die Marktstörungen fortdauerten.

An den Tankstellen ist die Lage bereits angespannt. Medien meldeten am Wochenende unter Berufung auf öffentliche Daten und Branchenangaben regionale Engpässe. Demnach hatten mindestens 15 Prozent der Stationen Schwierigkeiten mit der Versorgung durch Benzin oder Diesel. Besonders stark trifft die Verteuerung Berufspendler sowie Unternehmen in Logistik, Landwirtschaft und Fischerei, für die Kraftstoff einen erheblichen Teil der laufenden Kosten ausmacht.

Der Dieselpreis übertrifft nun die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2022. Auch Super 95-E10 liegt seit mehr als zehn Tagen über seinem damaligen Höchstwert und kostete zuletzt mehr als 2,17 Euro je Liter. Geopolitische Risiken schlagen über Rohölpreise, Raffineriekosten, Frachtraten und den Handel rasch auf die Ausgaben französischer Haushalte durch.

Der Handlungsspielraum der Regierung ist begrenzt. Frankreich kann die globalen Beschaffungskosten nicht steuern, wohl aber gezielte Zuschüsse, steuerliche Maßnahmen oder Vorgaben für Vertrieb und Wettbewerb prüfen. TotalEnergies begrenzt die Preise an den eigenen Stationen nach Unternehmensangaben derzeit auf 1,99 Euro für Benzin und 2,25 Euro für Diesel je Liter. Für den übrigen Markt gilt diese Obergrenze nicht.

Bei der Nachmittagsrunde in Matignon soll der Kreis möglicher Hilfen eingegrenzt werden. Vorrang haben offenbar Menschen, die für ihren Arbeitsweg oder ihre berufliche Tätigkeit auf das Auto angewiesen sind. Eine allgemeine Preisdeckelung würde den Staatshaushalt erheblich belasten und auch Haushalte entlasten, die nicht auf Unterstützung angewiesen sind. Zielgenaue Hilfen wären aufwendiger zu verwalten, ließen sich aber finanziell stärker begrenzen.

Die Regierung versucht zugleich zu verhindern, dass die Sorge vor Knappheit zusätzliche Engpässe auslöst. Hinweise auf ausreichende Bestände sollen Hamsterkäufe vermeiden, während die Behörden Lieferketten und regionale Verteilung beobachten. Lescure betonte, für Frankreich bestehe derzeit kein unmittelbares Versorgungsrisiko.

Quellen

  • Le Monde
  • AFP via Boursorama
  • Le Parisien
  • Ministerium für ökologische Transformation
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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