Paris – 11.10.2026: Der starke Anstieg der Kraftstoffpreise trifft in Frankreich vor allem Menschen, die kaum auf das Auto verzichten können. An einzelnen ländlichen Tankstellen nähert sich der Preis für einen Liter Diesel inzwischen der Marke von drei Euro. Seit Anfang März ist Diesel zudem teurer als Benzin. Für Berufspendler und Haushalte außerhalb der Großstädte wachsen damit die Kosten für Arbeitswege, Einkäufe und Arztbesuche erheblich.
Die französische Regierung kündigte am 7. Oktober an, zehn Millionen Barrel Diesel aus staatlichen Beständen auf den Markt zu bringen. Die Vertriebsgesellschaften sollen den Kraftstoff günstiger beziehen können. Das Wirtschafts- und Finanzministerium erwartet dadurch an den Tankstellen einen Rückgang um durchschnittlich zwölf bis 18 Cent je Liter. Wie schnell die Entlastung die Kunden erreicht, hängt allerdings von den Lieferwegen, den Lagerbeständen und der Preisgestaltung der einzelnen Anbieter ab.
Nach Angaben der Regierung wurden die freigegebenen Reserven vor dem jüngsten kräftigen Anstieg der Ölpreise beschafft. Sie können daher günstiger abgegeben werden als neu eingekaufte Mengen. Die Maßnahme ist weder eine Steuersenkung noch eine staatlich festgelegte Preisobergrenze. Sie greift gezielt in das Dieselangebot ein und ergänzt finanzielle Hilfen für private Vielfahrer sowie besonders belastete Berufsgruppen.
Arbeitnehmer mit langen Fahrwegen erhalten für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2026 eine Kraftstoffhilfe von 100 Euro. Nach Berechnungen der Steuerverwaltung entspricht dies bei durchschnittlichem Verbrauch über drei Monate rechnerisch einer Entlastung von ungefähr 40 Cent je Liter. Empfänger der vorherigen Unterstützung für April bis September sollen die neue Zahlung Mitte Oktober automatisch erhalten. Weitere Berechtigte können ihren Anspruch seit dem 12. Oktober prüfen.
Zusätzliche Hilfen gelten für häusliche Pflegekräfte, die im Berufsalltag regelmäßig weite Strecken zurücklegen. Auch Landwirte, Fischer, Bauunternehmen und selbstständige Pflegekräfte gehören zu den Gruppen, für die besondere Unterstützungsleistungen vorgesehen sind. In der Land- und Forstwirtschaft betrifft dies unter anderem Diesel, der für Maschinen und andere Zwecke abseits des Straßenverkehrs verwendet wird. Ein Teil der Belastung kann erstattet werden.
Die Instrumente folgen unterschiedlichen Ansätzen: Die Freigabe der Reserven soll den Marktpreis unmittelbar dämpfen, während die Zahlungen gezielt die verfügbaren Einkommen besonders betroffener Haushalte und Selbstständiger stützen. Selbst bei der vom Ministerium erwarteten Senkung um bis zu 18 Cent bliebe ein Liter Diesel an Stationen mit Preisen nahe drei Euro jedoch außergewöhnlich teuer.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
- Impots.gouv.fr
- Service-Public.fr
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).