Paris – 08.10.2026: Erstmals nach vier Wochen mit steigenden Preisen ist Diesel an den Tankstellen der Europäischen Union wieder billiger geworden. Nach dem am Donnerstag veröffentlichten Wochenbulletin der Europäischen Kommission kostete ein Liter im gewichteten Durchschnitt 2,15 Euro einschließlich Steuern. Das waren neun Cent weniger als in der Vorwoche.
Damit endet vorerst eine Phase außergewöhnlich hoher Preise. Eine Woche zuvor hatte der europäische Durchschnitt noch knapp 2,24 Euro je Liter erreicht. Die Kommission stützt ihre Berechnung auf nationale Angaben, die jeweils mittwochs übermittelt werden. Die Werte bilden somit die Entwicklung zu Wochenbeginn oder während der vorangegangenen Woche ab; ein Echtzeitvergleich einzelner Tankstellen ist daraus nicht abzuleiten.
Frankreich liegt weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Dort kostete Diesel am Donnerstagmorgen im Mittel etwas mehr als 2,35 Euro je Liter. Eine Auswertung von 7.929 Tankstellen mit amtlichen Preisangaben aus den vergangenen sieben Tagen kam auf 2,344 Euro. Gegenüber dem 1. Oktober entspricht dies einem Rückgang um 2,9 Cent je Liter.
Die jüngste Entspannung ändert daher zunächst wenig an der Belastung für Autofahrer und Transportunternehmen. In Frankreich war am 20. September mit annähernd 2,41 Euro je Liter ein Höchststand erreicht worden. Der aktuelle Durchschnitt liegt noch immer nahe an diesem Niveau. Zudem bestehen erhebliche regionale Unterschiede: Zwischen den Durchschnittspreisen in Haute-Corse und Haut-Rhin lagen am Donnerstag mehr als 16 Cent je Liter.
Beim Benzin fiel die Bewegung geringer aus. Superbenzin E10 kostete in Frankreich rund 2,15 Euro je Liter und blieb damit weitgehend stabil. Diesel ist für viele Berufspendler, Lieferdienste und weite Teile des Güterverkehrs ein wesentlicher Kostenfaktor. Preisänderungen an den Zapfsäulen treffen deshalb sowohl private Haushalte als auch Unternehmen. Selbst ein Rückgang um wenige Cent kann sich bei hohen Fahrleistungen bemerkbar machen, gleicht den vorangegangenen Preisschub jedoch nur teilweise aus.
Nach Angaben der Europäischen Kommission entfallen im Durchschnitt der Europäischen Union rund 40 Prozent des an der Zapfsäule gezahlten Dieselpreises auf Steuern. Wie stark internationale Marktbewegungen bei den Verbrauchern ankommen, hängt daher neben den Preisen für Rohöl und Raffinerieprodukte auch von den nationalen Abgaben ab.
Die Dieselversorgung in der Europäischen Union war Ende September laut Kommission stabil. Die internationalen Märkte blieben jedoch angespannt. Als Ursachen wurden Probleme auf wichtigen Seewegen und geringere Handelsbestände im Raum Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen genannt. Europas Raffinerien arbeiteten nach Angaben der Kommission zugleich nahe an ihren Kapazitätsgrenzen.
Quellen
- Franceinfo
- Europäische Kommission: Weekly Oil Bulletin
- AFP über Connaissance des Énergies
- PrixCarbu auf Basis amtlicher Tankstellenmeldungen
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).