Wirtschaft

Frankreich will Dieselpreis drei Monate lang um bis zu 18 Cent senken

Frankreich gibt zehn Millionen Barrel Diesel aus seinen strategischen Reserven frei. Die Regierung erwartet Preisnachlässe von durchschnittlich 12 bis 18 Cent je Liter und will die Handelsmargen wöchentlich kontrollieren.

Paris – 07.10.2026: Die französische Regierung will zehn Millionen Barrel Diesel aus den strategischen Erdölreserven freigeben. Dadurch soll der Literpreis an den Tankstellen von November 2026 bis Januar 2027 im Durchschnitt um 12 bis 18 Cent sinken. Premierminister Sébastien Lecornu stellte die Maßnahme am Mittwoch als Entlastung für private Autofahrer und gewerbliche Nutzer vor.

Der Mechanismus beruht auf dem Unterschied zwischen Buchwert und aktuellem Marktpreis des gelagerten Kraftstoffs. Die staatlich gesicherten Bestände werden laut Regierung mit rund 28 Cent je Liter bewertet; die reguläre Beschaffung koste derzeit vor Vertrieb, Verbrauchsteuer und Mehrwertsteuer etwa 1,10 Euro je Liter. Werden die Reserven zu ihrem Buchwert abgegeben, verringern sich die durchschnittlichen Einkaufskosten der Händler.

Die angekündigte Entlastung ist allerdings kein staatlich festgesetzter Tankstellenpreis. Sie hängt davon ab, dass Raffinerien, Großhändler und Tankstellenbetreiber den Preisvorteil weiterreichen. Die wichtigsten Vertriebsunternehmen, die zusammen etwa 60 Prozent des französischen Kraftstoffmarktes abdecken, hätten eine vollständige Weitergabe zugesagt, erklärte die Regierung. An einzelnen Tankstellen kann der Nachlass daher vom landesweiten Durchschnitt abweichen.

Die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung soll Einkaufspreise und Handelsspannen der beteiligten Unternehmen überwachen. Ihre Ergebnisse will die Behörde wöchentlich veröffentlichen. Verbraucher können die ausgewiesenen Preise zudem über das staatliche Vergleichsportal für Tankstellen verfolgen. So soll öffentlicher Druck auf Anbieter entstehen, die Vergünstigung tatsächlich an ihre Kunden weiterzugeben.

Sollte dies nicht ausreichend geschehen, nennt die Regierung zwei Eingriffsmöglichkeiten: Sie könnte die verfügbaren Mengen nach Marktanteilen auf die Anbieter verteilen oder die Margen per Verordnung begrenzen. Eine solche Regulierung ginge über die bisherigen Zusagen der Branche hinaus. Bereits im März 2026 hatten Händler nach Gesprächen mit der Regierung teilweise Preisobergrenzen, teilweise Senkungen von 10 bis 30 Cent je Liter angekündigt.

Strategische Erdölbestände dienen gewöhnlich dazu, die Versorgung bei Lieferausfällen zu sichern. Frankreich verfügt nach Regierungsangaben über rund 50 Millionen Barrel in der von der SAGESS verwalteten Reserve. Die nun vorgesehenen zehn Millionen Barrel entsprechen einem Fünftel dieses Volumens. Da der monatliche Verbrauch laut Regierung bei etwa 18 Millionen Barrel liegt, soll die Freigabe über drei Monate verteilt werden.

Einbezogen wird auch nicht straßengebundener Diesel für Landwirtschaft, Fischerei und Bauwirtschaft. Die Freigabe ergänzt bestehende Hilfen für Berufspendler mit langen Arbeitswegen und besonders betroffene Unternehmen. An den Zapfsäulen soll die Preissenkung nach der rechtlichen und logistischen Vorbereitung der Verkäufe im November 2026 beginnen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französische Regierung
  • Französisches Wirtschaftsministerium
  • Legifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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