Paris – 20.08.2026: Die Dürre hat in Frankreich bislang keinen einheitlichen Preissprung bei Obst und Gemüse ausgelöst. Die jüngsten amtlichen Daten stützen damit teilweise eine Aussage von Landwirtschaftsministerin Annie Genevard. Sie weisen allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Produktgruppen aus: Mehrere frische Gemüsearten wurden auf Erzeugerebene deutlich teurer, während die Preise für frisches Obst insgesamt nahezu stabil blieben.
Nach Angaben des Statistikamts Insee lagen die Erzeugerpreise für frisches Gemüse im Juni 2026 durchschnittlich 16,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Mai hatte der Anstieg noch 8,9 Prozent betragen. Frisches Obst verteuerte sich im Juni binnen Jahresfrist lediglich um 1,0 Prozent. Diese Werte beziehen sich auf die landwirtschaftliche Vermarktungsstufe. Sie lassen sich nicht unmittelbar auf die Ladenpreise übertragen, in die unter anderem Kosten für Verarbeitung, Transport und Vertrieb einfließen.
Besonders kräftig stiegen die Erzeugerpreise für Tomaten: Sie lagen im Juni 32,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Gurken verteuerten sich um 27,6 Prozent, Salate um 16,0 Prozent. Bei Karotten, Zucchini und Auberginen verlangsamte sich der Anstieg zwar, blieb aber ausgeprägt. Lauch und Endivien wurden dagegen günstiger. Auch beim Obst verlief die Entwicklung uneinheitlich. Kirschen verbilligten sich infolge einer reichlichen Ernte; die Preise für Erdbeeren und Himbeeren stiegen weniger stark als noch im Mai.
Für die spätere Entwicklung liefern diese Zahlen allerdings nur begrenzte Anhaltspunkte, da sie vor den besonders schweren Belastungen des Augusts erhoben wurden. Das Landwirtschaftsministerium meldete am 5. August Trockenheit in 98 Départements. In 57 Départements galten besonders weitreichende Beschränkungen der Wassernutzung. Hitze, Wassermangel und Brände treffen die Betriebe je nach Region, Kultur, Bewässerungsmöglichkeit und Erntezeitpunkt unterschiedlich. Auch Qualitätsverluste oder kleinere Kaliber können die Vermarktung erschweren, selbst wenn ein Produkt grundsätzlich verfügbar bleibt.
Genevard forderte den Lebensmittelhandel am 14. August auf, betroffene Höfe zu unterstützen. Die Handelsunternehmen sollten auch Obst und Gemüse mit ungewöhnlichen Größen annehmen, Erzeuger besser vergüten und französische Ware bevorzugt anbieten. Der Vorstoß richtet sich damit vor allem auf Absatzbedingungen und Liquidität der Betriebe, nicht auf einen bereits statistisch belegten allgemeinen Preisschub im Einzelhandel.
Verbraucher müssen dennoch bei einzelnen Produkten mit höheren Preisen rechnen, wenn Erntemengen sinken oder regionale Ausfälle auftreten. Die derzeit verfügbaren Insee-Daten reichen nur bis Juni. Sie belegen starke Preissteigerungen bei Gemüse, zugleich aber stabile oder sinkende Preise bei einzelnen Obstsorten.
Quellen
- Franceinfo
- Insee
- Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Lebensmittelsouveränität
- AFP
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).