Politik & Gesellschaft

Meta vor Gericht: Ex-Manager wirft Konzern Wegsehen beim Kinderschutz vor

In Oakland hat ein ehemaliger Meta-Manager im Verfahren mehrerer US-Bundesstaaten gegen den Konzern ausgesagt. Die Kläger werfen Meta vor, Instagram und Facebook gezielt auf junge Nutzer ausgerichtet und Risiken verschleiert zu haben. Das Unternehmen…

Oakland – 20.08.2026: Vor einem Bundesgericht in Oakland wird verhandelt, wie Instagram und Facebook mit jungen Nutzern umgehen. Mehrere US-Bundesstaaten werfen dem Mutterkonzern Meta vor, seine Plattformen bewusst so gestaltet zu haben, dass Kinder und Jugendliche möglichst lange dort verweilen. Meta bestreitet die Anschuldigungen und verweist auf eigene Schutzmaßnahmen.

Am Mittwoch sagte der frühere Meta-Manager Arturo Bejar vor den Geschworenen aus. Nach Berichten aus dem Gerichtssaal beschrieb er den Umgang des Unternehmens mit Kindern unter 13 Jahren als Strategie des Wegsehens: Hinweise auf zu junge Nutzer seien nicht konsequent genug verfolgt worden. Bejar hatte bereits 2023 vor dem US-Kongress über Sicherheitsprobleme auf Instagram gesprochen.

Der Prozess begann am Dienstag, dem 18. August. Eine Koalition von 29 Bundesstaaten wirft Meta vor, Daten von Kindern unzulässig erhoben oder genutzt zu haben. Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey verfolgen darüber hinaus Ansprüche nach ihren Verbraucherschutzgesetzen. Die Kläger verlangen finanzielle Sanktionen und Änderungen an der Gestaltung der Plattformen.

Zum Prozessauftakt zeichneten ihre Vertreter das Bild von Produkten, deren Funktionen gezielt die besondere Verletzlichkeit junger Menschen ausnutzten. Gemeint sind Gestaltungselemente, die Nutzer zu häufigem Öffnen der Apps und langen Aufenthalten bewegen können. Die Jury muss nach Abschluss der Beweisaufnahme bewerten, ob diese Mittel rechtswidrig waren und ob sich daraus konkrete Schäden ableiten lassen.

Meta hält dagegen, Facebook und Instagram seien ausschließlich für Nutzer ab 13 Jahren bestimmt. Der Konzern erklärt, er investiere fortlaufend in Alterskontrollen, Elternwerkzeuge und Schutzvorkehrungen für Teenager. Die Behauptung, soziale Medien machten im rechtlichen oder medizinischen Sinne abhängig, weist das Unternehmen zurück. Es bestreitet ebenso einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seinen Angeboten und psychischen Erkrankungen.

Vor dem Gerichtsgebäude berichten Familien, Fachleute und Aktivisten von Schlafproblemen, sozialem Druck, belastenden Inhalten und unzureichendem Schutz Minderjähriger. Juristisch geht es jedoch nicht um die Verantwortung einzelner Nutzer oder Eltern. Geprüft werden Geschäftsentscheidungen eines weltweit tätigen Plattformbetreibers, darunter der Umgang mit Altersangaben, Nutzerdaten und internen Warnhinweisen.

Der Prozess gehört zu mehreren amerikanischen Rechtsstreitigkeiten über mögliche Folgen sozialer Netzwerke für junge Menschen. In Oakland verhandelt das Gericht zunächst die Klagen der beteiligten Bundesstaaten gegen Meta. Ein Urteil liegt nicht vor, die Vorwürfe sind nicht bewiesen. Bejars Aussage ist Teil der laufenden Beweisaufnahme vor dem Bundesgericht für den Northern District of California.

Quellen

  • Franceinfo, 19.08.2026
  • Associated Press, 19.08.2026
  • Associated Press, 18.08.2026
  • US-Bundesgericht für den Northern District of California, Verfahrensunterlagen
  • Meta Platforms, Jahresbericht 2025 bei der US-Börsenaufsicht SEC

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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