Lille – 19.08.2026: Die anhaltende Trockenheit belastet den Kartoffelanbau in Nordfrankreich kurz vor der Haupternte. Franceinfo berichtet von Feldern, auf denen die Knollen wegen des Wassermangels kaum an Größe gewinnen. Für Betriebe, die Speisekartoffeln oder Rohware für Pommes frites liefern, kann der hohe Anteil kleiner Kartoffeln die Vermarktung erschweren. Verlässliche Ertragszahlen für die laufende Saison liegen bislang jedoch nicht vor.
Die Sorgen der Landwirte treffen auf eine außergewöhnlich trockene Witterung. Météo-France meldete für Juli 2026 landesweit ein Niederschlagsdefizit von fast 70 Prozent. Ende Juli war die obere Bodenschicht im Durchschnitt so trocken wie Mitte August 2022, als ein früherer Negativrekord erreicht wurde. Auch Anfang August lagen die Werte nach Angaben des Wetterdienstes weiterhin auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau.
Kartoffeln benötigen während ihrer Wachstumsphase genügend Wasser, damit sich die Knollen ausbilden können. Fehlt es, sinkt vor allem der Anteil großer und gleichmäßig geformter Ware. Für die Verarbeitung zu Pommes frites sind Länge, Form und Beschaffenheit besonders wichtig. Kleinere Kartoffeln bleiben zwar grundsätzlich verwertbar, können aber zusätzliche Sortierarbeit verursachen und eignen sich nicht für jeden Absatzweg. Frittierbetriebe müssen ihre Verarbeitung und ihr Angebot gegebenenfalls anpassen.
Schon vor der Sommerdürre zeichnete sich ein geringeres Angebot ab. Die Union Nationale des Producteurs de Pommes de Terre bezifferte die französische Anbaufläche für Lager- und Verarbeitungskartoffeln im Juni auf 173.415 Hektar. Das entspricht einem Rückgang um 9,7 Prozent gegenüber 2025. Die Hauts-de-France bleiben das wichtigste Anbaugebiet des Landes und sind zugleich ein Zentrum der Kartoffelverarbeitung. Schwächere Erträge könnten deshalb sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch Abnehmer in der Region treffen.
Ob sich die Entwicklung auf die Verbraucherpreise auswirkt, lässt sich noch nicht beziffern. Neben Erntemenge und Qualität bestimmen Lagerbestände, Lieferverträge, Importe und Nachfrage das Preisniveau. Der Bericht von Franceinfo nennt eine Verteuerung als möglich, belegt aber noch keinen allgemeinen Preisanstieg. Ein klareres Bild dürfte sich ergeben, sobald größere Mengen gerodet, sortiert und von den Verarbeitern bewertet worden sind.
Wegen der wiederholten Hitze- und Dürreperioden hat die französische Regierung die finanzielle Absicherung landwirtschaftlicher Betriebe angepasst. Nach einem Erlass vom 31. Juli 2026 dürfen Versicherer betroffenen, versicherten Landwirten unter bestimmten Voraussetzungen Vorschüsse von bis zu 80 Prozent auf erwartete Entschädigungen zahlen. Die Regelung soll Liquiditätsengpässe nach witterungsbedingten Schäden begrenzen.
Quellen
- Franceinfo
- Météo-France
- Union Nationale des Producteurs de Pommes de Terre
- Französisches Landwirtschaftsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).