Paris – 19.08.2026: Der Sänger Francis Lalanne hat seine Kandidatur für die französische Präsidentenwahl 2027 angekündigt. Nach Angaben seines Wahlkampfteams soll am Freitag, dem 21. August, in Paris eine erste öffentliche Versammlung stattfinden. Bekannt wurde das Vorhaben am Mittwoch. Lalanne stellt es unter das Leitmotiv eines Bruchs mit dem gegenwärtigen politischen System.
Unterstützung erhält die Kampagne nach eigener Darstellung von dem wegen antisemitischer Äußerungen und mehrfacher Verurteilungen umstrittenen Komiker Dieudonné. Auf der Website des Projekts Lalanne 2027 heißt es, Dieudonné wolle nicht selbst antreten, trage das Vorhaben jedoch mit. Das Bündnis verbindet damit zwei Künstler, die seit Jahren als scharfe Gegner der etablierten politischen Institutionen auftreten.
Eine öffentlich erklärte Kandidatur bedeutet allerdings noch keine Zulassung zur Wahl. Wer 2027 auf dem Stimmzettel stehen will, muss 500 Unterstützungsunterschriften gewählter Mandatsträger vorlegen. Diese sogenannten Präsentationen müssen aus mindestens 30 Départements oder Überseegebieten stammen. Aus einem einzelnen Gebiet darf höchstens ein Zehntel aller Unterschriften kommen. Über ihre Gültigkeit und die endgültige Kandidatenliste entscheidet der Verfassungsrat.
Für Lalanne dürfte die Sammlung der notwendigen Unterschriften zur ersten institutionellen Bewährungsprobe werden. Seine Kampagnenwebsite nennt die 500 Zusagen ausdrücklich als Ziel. Das Verfahren verlangt von Bewerbern eine überregionale Verankerung und setzt damit eine deutlich höhere Hürde als die bloße öffentliche Erklärung, für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen. Gerade Bewerber ohne Unterstützung einer etablierten Partei müssen dafür frühzeitig Bürgermeister, Abgeordnete und andere unterschriftsberechtigte Mandatsträger gewinnen.
Politisches Neuland betritt Lalanne mit seiner Ankündigung nicht. Der Musiker kandidierte bereits bei früheren Wahlen und suchte wiederholt die Nähe zu Bewegungen, die sich gegen Parteien und staatliche Institutionen richten. Seine neue Initiative knüpft an diese Haltung an. Ein detailliertes Regierungsprogramm hat das Team bislang nicht öffentlich vorgelegt; im Vordergrund stehen zunächst die politische Abgrenzung und der organisatorische Aufbau der Kampagne.
Die frühe Bekanntgabe verschafft Lalanne Zeit, Unterstützer zu mobilisieren und ein Netzwerk unter den Mandatsträgern aufzubauen. Die Präsidentenwahl soll regulär im Frühjahr 2027 stattfinden. Der genaue Termin wird per Dekret festgelegt, das spätestens zehn Wochen vor dem ersten Wahlgang veröffentlicht werden muss. Mit diesem Schritt beginnt auch die formelle Phase für die Einreichung der Präsentationen.
Die Pariser Veranstaltung am 21. August ist somit der erste öffentliche Test der Kampagne. Über eine tatsächliche Teilnahme an der Wahl entscheiden am Ende jedoch weder die Resonanz im Saal noch die Bekanntheit des Sängers, sondern 500 fristgerecht eingereichte und vom Verfassungsrat anerkannte Unterschriften.
Quellen
- Franceinfo
- Lalanne 2027
- Vie publique
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).