Politik & Gesellschaft

Édouard Philippe fordert in Mayotte einen weitgehenden Zuzugsstopp

Der Horizons-Vorsitzende Édouard Philippe will neue Asylanträge in Mayotte für mehrere Jahre aussetzen, den Familiennachzug beschränken und ein Rückkehrzentrum in Ostafrika schaffen. Die Vorschläge sind Teil seines Programms für die Präsidentschaftswahl 2027.

Mamoudzou – 21.08.2026: Édouard Philippe hat seinen zweitägigen Besuch in Mayotte genutzt, um eine deutlich restriktivere Migrationspolitik für das französische Überseedépartement zu fordern. Der Vorsitzende von Horizons und Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2027 verlangte, auf der Inselgruppe mehrere Jahre lang keine neuen Asylanträge zu registrieren. Den Familiennachzug will er während einer fünfjährigen Amtszeit aussetzen.

Philippe besuchte am Freitag zunächst das Verwaltungszentrum für Abschiebungshaft in Pamandzi. Dort sprach er mit Führungskräften der Grenzpolizei, Angehörigen einer nautischen Einheit und Mitgliedern des Groupe d'appui opérationnel, einer auf die Bekämpfung irregulärer Einwanderung spezialisierten Einsatzgruppe. Anschließend reiste er in das Lager Tsoundzou 2 bei Mamoudzou, in dem nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP mehr als tausend Asylsuchende unter prekären Bedingungen leben.

Der frühere Premierminister begründet seine Forderungen mit der Überlastung öffentlicher Dienste, der Wohnungsnot und dem Wiederaufbau nach dem Zyklon Chido. Wirksame Investitionen in die Rekonstruktion setzten voraus, die Einwanderung nach Mayotte stärker zu begrenzen, sagte er. Mit der Ankündigung, einen aus seiner Sicht bestehenden Migrationsanreiz zu beseitigen, verbindet Philippe die humanitäre Lage in den Lagern mit seinem politischen Programm für die Inselgruppe.

Neben der Unterbrechung des Asylzugangs will Philippe das Geburtsortsprinzip in Mayotte aussetzen. Die entsprechenden Regeln sind dort bereits erheblich verschärft worden: Seit 2026 müssen bei einem in Mayotte geborenen Kind ausländischer Eltern grundsätzlich beide Eltern zum Zeitpunkt der Geburt seit mehr als einem Jahr rechtmäßig in Frankreich leben. Eine vollständige Aussetzung des späteren Erwerbs der französischen Staatsangehörigkeit würde einen weitergehenden Gesetzesbeschluss erfordern.

Philippe schlug außerdem ein Rückkehrzentrum in Ostafrika für ausreisepflichtige Menschen vor, nannte jedoch keinen möglichen Standort. Der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament verständigten sich im Juni 2026 vorläufig auf neue Regeln für Rückführungen. Diese ermöglichen unter rechtlichen und grundrechtlichen Voraussetzungen auch Rückkehrplattformen in Drittstaaten. Ihre Einrichtung wäre allerdings von Abkommen mit den jeweiligen Staaten abhängig.

Mayotte nimmt aufgrund seiner demografischen und sozialen Lage seit Jahren eine Sonderstellung in der französischen Migrationsdebatte ein. Nach dem jüngsten vollständigen Zensus des Statistikamts Insee lebten dort am 1. Januar 2026 insgesamt 323.153 Menschen, 26 Prozent mehr als 2017. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum betrug 2,8 Prozent und war damit höher als in allen anderen französischen Départements. Zugleich verzeichnete das Insee eine erhebliche Abwanderung in andere Teile Frankreichs.

Philippes Vorschläge greifen in das Asyl-, Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrecht ein. Sie gelten nicht unmittelbar, sondern markieren den migrationspolitischen Kurs, mit dem der Horizons-Vorsitzende seine Kandidatur für 2027 profiliert. Sein Besuch in Mayotte dauert bis Samstag, den 22. August; anschließend reist er nach La Réunion.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP via Boursorama
  • Institut national de la statistique et des études économiques
  • Légifrance
  • Rat der Europäischen Union

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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