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Aktuell · 05.07.2026 17:06

Einbruch im Musée Lalique: Haus in Wingen-sur-Moder nach nächtlichem Diebstahl vorerst geschlossen

Unbekannte drangen in der Nacht zum 5. Juli in das Musée Lalique (Bas-Rhin) ein. Die Ermittlungen laufen, das Museum bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Der mögliche Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geprüft.

Wingen-sur-Moder – 05.07.2026: In den frühen Morgenstunden des 5. Juli ist das Musée Lalique im elsässischen Wingen-sur-Moder Ziel eines Einbruchs geworden. Mitarbeitende bemerkten zu Dienstbeginn Aufbruchspuren an Ausstellungsräumen und alarmierten umgehend die Behörden. Die Leitung schloss das Haus noch am Morgen, Besucherinnen und Besucher wurden abgewiesen, geplante Führungen und Veranstaltungen abgesagt. Über die Höhe des Schadens gibt es noch keine gesicherten Angaben.

Nach ersten Informationen fehlen vor allem Schmuckstücke aus den Sammlungen, die dem Werk des Glaskünstlers René Lalique gewidmet sind. Nicht ausgeschlossen ist der Verlust von Unikaten. Einzelne Medien sprechen von einem möglichen Schaden im Millionenbereich. Eine laufende Inventarisierung soll klären, welche Objekte betroffen sind und welchen Versicherungswert sie besitzen. Bis zum Abschluss dieser Bestandsaufnahme geben Museum und Behörden keine Details zu einzelnen Stücken bekannt.

Die Präfektur des Départements Bas-Rhin und die Police judiciaire sind eingebunden. Ermittlerinnen und Ermittler sicherten Spuren, werten Videoaufnahmen aus und prüfen, ob es Parallelen zu vergleichbaren Taten im Kulturbereich gibt. Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Behörden derzeit keine Angaben zu mutmaßlichen Fluchtwegen, Tatwerkzeugen oder möglichen Komplizen. Festnahmen wurden bislang nicht gemeldet.

Für Wingen-sur-Moder hat das Museum hohe Bedeutung: Es zieht jährlich zahlreiche Gäste an, kooperiert mit Schulen und gilt als Anker der lokalen Tourismuswirtschaft rund um Glas- und Kristallhandwerk. Die vorläufige Schließung trifft daher nicht nur das Haus selbst, sondern auch umliegende Betriebe. Die Leitung betont, dass die Sicherung der noch ausgestellten Bestände und eine fachgerechte Dokumentation Priorität haben. Ticketkäufer erhalten Informationen zu Rückerstattungen über die offiziellen Kanäle des Museums.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Diebstählen und Einbruchsversuchen in Kultureinrichtungen ein, die in Frankreich immer wieder Debatten über Sicherheitsstandards auslösen. Üblich sind in solchen Fällen Nachbesserungen an Vitrinen, Alarmsystemen und Zugangsregelungen sowie engere Abläufe bei Leihverkehr und Depotlogistik. Auch in Wingen-sur-Moder dürften die Verantwortlichen nach der ersten Auswertung über zusätzliche Maßnahmen entscheiden. Parallel verweisen Behörden darauf, dass der Handel mit Kulturgut streng reguliert ist und entwendete Stücke häufig erst nach Jahren wieder auftauchen. Hinweise aus dem Kunsthandel und von Privatpersonen könnten daher für die Aufklärung entscheidend sein. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, die Mitteilungen der Museumsleitung und der Präfektur zu beachten; ein Termin für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest.

Quellen

  • Franceinfo (RSS)
  • TF1 Info

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