Politik & Gesellschaft

Zwei Renoir-Gemälde nach Einbruch weiterhin verschwunden

Nach dem Einbruch in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer sucht die Polizei weiter nach zwei Gemälden. Der Fall verschärft die Debatte über den Schutz französischer Sammlungen.

Cagnes-sur-Mer – 09.09.2026: Nach dem Einbruch in das städtische Renoir-Museum sind zwei Gemälde des Impressionisten Auguste Renoir weiterhin verschwunden. Zwei Täter drangen am Dienstagmorgen um 5.48 Uhr in das frühere Wohnhaus des Malers ein. Die Alarmanlage löste aus; nach Angaben des Kulturministeriums traf die kommunale Polizei fünf Minuten später am Museum ein.

Die Einbrecher nahmen zunächst vier Bilder mit, die das Musée d'Orsay dem Haus in Cagnes-sur-Mer seit 1995 als Dauerleihgaben überlassen hatte. Bei der Flucht ließen sie das "Porträt der Madame Stephen Pichon" und "Coco liest" in der Nähe des Museums zurück. Gesucht werden weiterhin das "Porträt der Madame Colonna Romano" sowie "Junge Frau am Brunnen".

Drei der vier Werke gehören zu den sogenannten MNR-Beständen. Das Kürzel bezeichnet Kulturgüter, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankreich zurückgebracht wurden, deren frühere Eigentümer jedoch nicht zweifelsfrei ermittelt werden konnten. Der französische Staat verwahrt diese Werke bis zu einer möglichen Rückgabe. Der Einbruch betrifft daher Bilder, deren Geschichte über ihren künstlerischen Wert hinausweist.

Kulturministerin Catherine Pégard sprach am Mittwoch von äußerst koordinierten, organisierten, schnellen und entschlossenen Angriffen. Sie stellte den Einbruch in eine Reihe schwerer Attacken auf französische Sammlungen, die seit dem Diebstahl im Louvre am 19. Oktober 2025 verstärkt öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Der Fall in Cagnes-sur-Mer betrifft ein kommunales Museum, dessen Leihgaben zugleich Teil nationaler Sammlungen sind.

Die Ermittlungen übernahm die für organisierte Kriminalität und spezialisierte Delikte zuständige Unterdirektion. Nach Angaben der Stadtverwaltung gelangten die Täter durch den Garten auf das Gelände, durchschnitten einen Zaun und stiegen durch ein Fenster ein. Die schnelle Alarmierung dürfte dazu beigetragen haben, dass zwei Bilder zurückblieben. Die Flucht der Einbrecher konnte sie jedoch nicht verhindern.

Bereits im Juli hatte das Kulturministerium einen Sicherheitsplan für Museen und andere Einrichtungen mit Kulturgütern vorgestellt. Dafür stehen 30 Millionen Euro bereit. Nach Angaben des Ministeriums werden landesweit 482 als vorrangig eingestufte Vorhaben begleitet. Geplant sind häufigere Sicherheitsprüfungen sowie strengere Vorgaben für Leihgaben aus nationalen Museen. Der Einbruch dürfte nun besonders den Schutz kleinerer Häuser beschäftigen, die bedeutende Werke verwahren, aber nicht über die Mittel großer Pariser Einrichtungen verfügen.

Das Renoir-Museum befindet sich auf dem Anwesen Les Collettes, wo Renoir von 1908 bis zu seinem Tod im Jahr 1919 lebte. Als letzte Wohnstätte des Malers besitzt das Haus für Cagnes-sur-Mer und die Côte d'Azur besondere kulturgeschichtliche Bedeutung.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Kulturministerium
  • Associated Press
  • Agence France-Presse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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