Nariño – 07.09.2026: Ein Korporal der Französischen Fremdenlegion ist nach etwa einem Monat in der Gewalt einer bewaffneten Gruppe wieder frei. José Olger Melo Charry entkam seinen Bewachern nach Angaben französischer Medien zu Fuß und wurde anschließend von kolumbianischen Behörden in Obhut genommen. Das französische Verteidigungsministerium teilte demnach mit, dem Soldaten gehe es gut.
Melo Charry war am 6. August während eines privaten Aufenthalts im Departamento Nariño verschwunden. Die im Südwesten Kolumbiens gelegene Region grenzt an Ecuador und ist seit Jahren von bewaffneten Gruppen sowie vom Drogenhandel geprägt. Ende August wurde bekannt, dass der Angehörige der Fremdenlegion dort festgehalten wurde. Eine Dissidentengruppe der früheren Farc-Guerilla bekannte sich zu seiner Gefangennahme.
Berichten aus Kolumbien zufolge gelang es dem Korporal, sich der Kontrolle seiner Bewacher zu entziehen. Danach soll er vier Tage lang allein durch unwegsames Gelände gelaufen sein, bevor ihn die Behörden aufnahmen. Wo genau die Flucht begann und unter welchen Umständen der Soldat erstmals wieder Kontakt zu staatlichen Stellen bekam, wurde zunächst nicht bekannt. Auch zu möglichen Helfern liegen keine bestätigten Angaben vor.
Die französischen Streitkräfte hatten zuvor bestätigt, dass Melo Charry der Fremdenlegion angehört. Zugleich korrigierten sie erste Berichte über seine Staatsangehörigkeit: Der Korporal ist Kolumbianer und besitzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums nicht die französische Staatsbürgerschaft. Seine Zugehörigkeit zur französischen Armee verlieh dem Fall dennoch eine diplomatische und militärische Dimension.
Als mutmaßlich verantwortliche Gruppierung gilt der sogenannte Zentrale Generalstab, ein Zusammenschluss von Dissidenten der ehemaligen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, kurz Farc. Teile der Guerilla lehnten das Friedensabkommen von 2016 ab oder griffen später erneut zu den Waffen. Die Zuschreibung stützt sich auf das Bekenntnis der Gruppe zur Gefangennahme. Öffentlich überprüfbare Angaben zu den unmittelbar beteiligten Entführern gibt es bislang nicht.
Für die Familie endeten mit der Flucht Wochen ohne verlässliches Lebenszeichen. Ende August hatten Vertreter des kolumbianischen Militärs erklärt, weder sei eine Lösegeldforderung eingegangen noch hätten die Entführer direkten Kontakt zu den Angehörigen aufgenommen. Ob die Gefangennahme politischen oder finanziellen Zielen diente, ist daher weiterhin ungeklärt.
Zu laufenden Ermittlungen oder möglichen Festnahmen machten die Behörden am Montag keine Angaben. Ebenfalls offen blieb, ob Melo Charry medizinisch untersucht wurde und wann er zu seiner Einheit zurückkehren könnte. Nach seiner Flucht befand sich der Korporal in der Obhut der kolumbianischen Behörden.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Le Parisien
- Französisches Verteidigungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).