Cali – 11.08.2026: Nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens ist die Zahl der registrierten Todesopfer auf mindestens 169 gestiegen. Nach Angaben der Behörden wurden zudem 668 Verletzte gezählt. Die Bilanz ist vorläufig, weil Rettungskräfte in mehreren Städten weiterhin die Trümmer eingestürzter Gebäude durchsuchen. Besonders betroffen sind Cali, Pereira, Quibdó und Manizales.
Das Beben erreichte am Montag, dem 10. August, um 7.34 Uhr Ortszeit eine Stärke von 7,4. Sein Epizentrum lag nach Angaben des kolumbianischen Geologischen Dienstes nahe San José del Palmar im Departamento Chocó, rund 400 Kilometer westlich von Bogotá. Die Erschütterungen waren auch in Ecuador, Panama und Venezuela zu spüren. Anschließend registrierten Messstationen zahlreiche Nachbeben.
Präsident Abelardo de la Espriella, der sein Amt erst am 8. August angetreten hatte, rief den nationalen Notstand aus. Dadurch können Haushaltsmittel und Einsatzkräfte schneller für Bergung, medizinische Versorgung und Notunterkünfte bereitgestellt werden. De la Espriella kündigte eine zentral koordinierte Rettungsaktion an und kehrte dafür nach Bogotá zurück.
Die schweren Schäden konzentrieren sich auf dicht bebaute Viertel und öffentliche Einrichtungen. Nach offiziellen Angaben waren mindestens 61 Gebäude vollständig eingestürzt; rund 1.600 weitere Bauten wurden beschädigt. In Cali musste ein Gebäudeteil des Universitätskrankenhauses Del Valle geräumt werden. Kliniken in der Region arbeiten laut Behörden an ihrer Kapazitätsgrenze, planbare Eingriffe wurden teilweise ausgesetzt.
In Pereira, einer Stadt mit etwa 500.000 Einwohnern im kolumbianischen Kaffeeanbaugebiet, wurde zunächst die höchste Zahl an Todesfällen gemeldet. Die Regionalverwaltung von Valle del Cauca ordnete zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an. In Cali verhängte die Stadtverwaltung eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Soldaten wurden in einzelne Viertel entsandt, um Plünderungen in den beschädigten Gebieten zu verhindern.
Nach Angaben des kolumbianischen Geologischen Dienstes handelt es sich um das stärkste Erdbeben des Landes im 21. Jahrhundert. Der Westen Kolumbiens liegt in einer tektonisch hoch aktiven Region am pazifischen Feuerring. Die Nähe des Epizentrums zu Chocó erschwert die Hilfe zusätzlich: Das überwiegend bewaldete und infrastrukturell schwach erschlossene Departamento gehört zu den wirtschaftlich benachteiligten Regionen des Landes. Beschädigte Straßen und unterbrochene Verbindungen können Bergung und Versorgung abseits der größeren Städte verzögern.
Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, beschädigte Häuser erst nach fachlicher Prüfung wieder zu betreten und Zufahrten für Rettungsfahrzeuge freizuhalten. Unter den Trümmern werden weiterhin Vermisste vermutet. Mit der Notstandserklärung kann die Regierung Hilfsgüter, Einsatzkräfte und Mittel für den Wiederaufbau außerhalb der üblichen Verwaltungsverfahren mobilisieren.
Quellen
- Franceinfo RSS
- Associated Press
- Le Monde
- Servicio Geológico Colombiano
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).