Paris – 17.09.2026: Éric Zemmour hat seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 angekündigt. Der Vorsitzende der rechtsnationalen Partei Reconquête sagte am Donnerstagabend beim Fernsehsender BFMTV, er werde erneut um den Einzug in den Élysée-Palast kämpfen. Mit der Erklärung bestätigt der 68-Jährige eine Bewerbung, die er seit Monaten politisch vorbereitet hatte.
Der erste Wahlgang ist für den 18. April 2027 vorgesehen, eine mögliche Stichwahl für den 2. Mai. Zemmour eröffnet seinen Wahlkampf damit rund sieben Monate vor der Abstimmung. Die Ankündigung ist zunächst eine politische Erklärung: Damit sein Name tatsächlich auf dem Stimmzettel steht, muss er später die gesetzlich vorgeschriebenen Unterstützungsunterschriften gewählter Mandatsträger vorlegen. Über die endgültige Zulassung entscheidet der Verfassungsrat.
Für Zemmour ist es die zweite Bewerbung um das höchste französische Staatsamt. Bei der Präsidentschaftswahl 2022 erhielt er im ersten Wahlgang 7,07 Prozent der Stimmen und belegte den vierten Platz. Seine Kampagne prägte damals die Debatten über Einwanderung, nationale Identität und innere Sicherheit, brachte ihn aber nicht in die Stichwahl. Dort standen sich schließlich Emmanuel Macron und Marine Le Pen gegenüber.
Innerhalb von Reconquête beendet die Erklärung vorerst die Spekulationen über eine mögliche Kandidatur der Europaabgeordneten Sarah Knafo. Sie ist Zemmour politisch eng verbunden, gewann in der Partei zuletzt an Sichtbarkeit und wurde zeitweise als mögliche Alternative gehandelt. Knafo selbst hatte jedoch erklärt, Zemmour sei der natürliche Kandidat der Partei.
Nun muss Reconquête aus der Personalentscheidung eine landesweite Wahlorganisation formen. Die Partei verfügt über deutlich schwächere institutionelle und kommunale Strukturen als der Rassemblement National. Zemmours erneute Kandidatur dient daher auch dazu, Reconquête gegenüber der dominierenden Konkurrenz im rechten Lager als eigenständige politische Kraft zu behaupten. Sein Ergebnis von 2022 verschafft ihm Bekanntheit und eine feste Anhängerschaft, markiert zugleich aber den Abstand zu den führenden Bewerbern.
Eine besondere Hürde bleibt die Sammlung der sogenannten Patenschaften. Präsidentschaftsbewerber benötigen mindestens 500 Unterschriften von gewählten Vertretern. Diese müssen aus wenigstens 30 Départements oder Überseegebieten stammen; höchstens ein Zehntel darf aus demselben Gebiet kommen. Das Verfahren soll sicherstellen, dass Kandidaturen über eine hinreichend breite territoriale Unterstützung verfügen.
Für Reconquête beginnt damit neben der inhaltlichen Kampagne eine organisatorisch anspruchsvolle Phase. Die Partei muss Mandatsträger überzeugen, lokale Strukturen mobilisieren und Zemmours Position gegenüber dem Rassemblement National schärfen. Erst nach Prüfung der eingereichten Patenschaften veröffentlicht der Verfassungsrat die endgültige Kandidatenliste.
Quellen
- LCP – Assemblée nationale
- Le Parisien
- Französisches Innenministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).