Politik & Gesellschaft

Ermittlungen gegen Stadtpolizisten in Carcassonne nach rassistischen Äußerungen

Eine unbemerkt aufgezeichnete Streifenfahrt beschäftigt Justiz und Stadtverwaltung in Carcassonne. Der Rassemblement National schloss einen beteiligten Beamten aus Partei und Ordnungsdienst aus.

Carcassonne – 10.09.2026: Die Staatsanwaltschaft von Carcassonne ermittelt nach der Veröffentlichung einer Aufnahme, auf der Angehörige der Stadtpolizei rassistische, frauenfeindliche und verschwörungsideologische Äußerungen machen. Die Regionalzeitung Midi Libre veröffentlichte die Sequenz am 8. September. Aufgenommen worden war sie Medienberichten zufolge während einer nächtlichen Streife im November 2025. Offenbar zeichnete die versehentlich eingeschaltete Körperkamera eines Beamten das Gespräch auf.

Im Zentrum der Affäre steht ein Brigadechef der Stadtpolizei. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll er die meisten und schärfsten Aussagen gemacht haben. Zu hören sind auch weitere Polizeibedienstete. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am 9. September die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Es soll den Sachverhalt klären, die Sprecher und mögliche Betroffene identifizieren sowie die strafrechtliche Bedeutung der Äußerungen prüfen.

Parallel dazu betreibt die Stadt Carcassonne ein dienstrechtliches Verfahren. Bürgermeister Christophe Barthès erklärte nach der Veröffentlichung, sämtliche auf der Aufnahme zu hörenden Beteiligten seien unverzüglich suspendiert worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte bereits Ende Dezember 2025 eine interne Untersuchung begonnen. Damals hätten die Stimmen jedoch nicht mit hinreichender Sicherheit einzelnen Beamten zugeordnet werden können.

Der beschuldigte Beamte war neben seiner kommunalen Tätigkeit ehrenamtlich für das Département Protection Sécurité tätig, den Ordnungsdienst des Rassemblement National. Bei Parteiveranstaltungen übernahm er Sicherheitsaufgaben; im Februar 2026 war er bei einem Besuch des Parteivorsitzenden Jordan Bardella in Carcassonne eingesetzt. Der Rassemblement National teilte am 9. September mit, den Mann mit sofortiger Wirkung aus dem Ordnungsdienst entfernt und aus der Partei ausgeschlossen zu haben.

Politische Brisanz erhält die Affäre, weil Barthès Carcassonne seit der Kommunalwahl im März 2026 für den Rassemblement National führt. Die Aufnahme entstand allerdings vor seinem Amtsantritt. Der Bürgermeister bezeichnete die Äußerungen als unvereinbar mit dem Dienst in der Stadtpolizei. Die Suspendierungen sind vorsorgliche Personalmaßnahmen; sie nehmen weder die Ergebnisse eines Disziplinarverfahrens noch strafrechtliche Entscheidungen vorweg.

Stadtpolizisten sind kommunale Bedienstete und organisatorisch dem Bürgermeister unterstellt. Für bestimmte Befugnisse benötigen sie zugleich eine staatliche Zulassung. Der Vorgang berührt deshalb drei getrennte Ebenen: die strafrechtliche Prüfung durch die Staatsanwaltschaft, mögliche Disziplinarmaßnahmen der Kommune und die Verantwortung einer Partei für ihre freiwilligen Sicherheitskräfte.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2025 in Frankreich mehr als 16.400 rassistisch, fremdenfeindlich oder religionsfeindlich motivierte Straftaten und Ordnungswidrigkeiten registriert. Ob die Äußerungen der Beamten in Carcassonne selbst Straftatbestände erfüllen, hängt nun von der Auswertung der vollständigen Aufnahme, der Identifizierung der Sprecher und der Ermittlung möglicher Geschädigter ab.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • La Dépêche du Midi
  • Innenministerium Frankreichs
  • Stadt Carcassonne

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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