Politik & Gesellschaft

Ermittlungen gegen Stadtpolizisten in Carcassonne wegen rassistischer Aussagen

Eine versehentlich weiterlaufende Körperkamera zeichnete rassistische, frauenfeindliche und verschwörungsideologische Aussagen während einer Streifenfahrt auf. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Stadt suspendierte die beteiligten Polizisten.

Carcassonne – 09.09.2026: Eine versehentlich weiterlaufende Körperkamera hat während einer Streifenfahrt in Carcassonne Äußerungen aufgezeichnet, die nun die Justiz beschäftigen. Nachdem die Regionalzeitung Midi Libre am Dienstagabend Ausschnitte veröffentlicht hatte, leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Auf der Aufnahme sind rassistische, frauenfeindliche und verschwörungsideologische Aussagen kommunaler Polizisten zu hören.

Die Tonaufnahme soll bei einer nächtlichen Patrouille im November 2025 entstanden sein. Im Zentrum der veröffentlichten Sequenzen steht ein leitender Beamter der Stadtpolizei. Ihm werden abwertende Aussagen über Menschen aufgrund ihrer Herkunft sowie weitere beleidigende Bemerkungen zugeschrieben. Das Gespräch wurde innerhalb der Streife geführt. Gegen wen sich das Verfahren konkret richtet und welche Straftatbestände geprüft werden, gab die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt.

Bürgermeister Christophe Barthes erklärte am Mittwochnachmittag, sämtliche in die Angelegenheit verwickelten Personen seien mit sofortiger Wirkung suspendiert worden und müssten mit Sanktionen rechnen. Die Stadtverwaltung verwies zudem darauf, dass die gegenwärtige Leitung die Organisation der kommunalen Polizei seit März 2026 überprüfen lasse. Bis zu arbeitsrechtlichen, disziplinarischen oder strafrechtlichen Entscheidungen gilt für die Betroffenen die Unschuldsvermutung.

Der Fall hat auch eine parteipolitische Seite. Der Beamte, dem die meisten dokumentierten Aussagen zugeschrieben werden, war nach übereinstimmenden Medienberichten ehrenamtlich im Ordnungsdienst des Rassemblement National tätig. Bei Auftritten des Parteivorsitzenden Jordan Bardella in der Region soll er Sicherheitsaufgaben übernommen haben. Diese Tätigkeit übte er neben seiner Beschäftigung bei der Stadt aus.

Der Rassemblement National bezeichnete die Aussagen als untragbar. Zunächst teilte die Partei mit, der Mann sei unverzüglich von seinen ehrenamtlichen Aufgaben im Ordnungsdienst entbunden worden. Später wurde sein Parteiausschluss bekannt. Politiker verschiedener Parteien verurteilten die Äußerungen und verlangten eine umfassende Aufklärung durch Justiz, Stadtverwaltung und zuständige Aufsichtsstellen.

Kommunale Polizisten unterliegen besonderen dienstrechtlichen Pflichten. Sie treten in Uniform auf, handeln im öffentlichen Raum und nehmen Aufgaben der Gefahrenabwehr wahr. Diskriminierende Äußerungen können daher unabhängig von einer möglichen strafrechtlichen Verfolgung disziplinarische Konsequenzen haben. Zu prüfen ist außerdem, wer während der aufgezeichneten Fahrt anwesend war, wie die Beteiligten auf die Aussagen reagierten und ob weitere Dienstverstöße erkennbar sind.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang weder mögliche Tatvorwürfe noch Termine für Vernehmungen genannt. Die Aufzeichnung wurde am 8. September öffentlich; die Suspendierungen durch die Stadt und der Ausschluss aus dem Rassemblement National folgten am 9. September 2026.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • RTL
  • TF1 Info
  • Centre Presse Aveyron

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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