Politik & Gesellschaft

Ermittlungen nach Polizeieinsatz in Carcassonne

Ein Video zeigt, wie ein Polizist in Carcassonne einen Mann zu Boden wirft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts vorsätzlicher Gewalt durch eine Amtsperson.

Carcassonne – 15.09.2026: Ein Video aus der Nacht der Fête de la Musique beschäftigt die Justiz in Carcassonne. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts vorsätzlicher Gewalt durch eine Amtsperson eingeleitet. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie ein Beamter der Nationalpolizei einen Mann zu Boden wirft. Das Video wurde am vergangenen Wochenende in sozialen Netzwerken verbreitet.

Die Szene ereignete sich nach Angaben französischer Medien am 21. Juni 2026 in der Rue Auguste-Fourès. Polizeikräfte waren demnach wegen einer Auseinandersetzung und Ruhestörung vor Ort. Auf den Bildern nähert sich der Mann dem Einsatzgeschehen. Kurz darauf ergreift ihn der Polizist von hinten und bringt ihn zu Boden. Welches Verhalten dem Zugriff unmittelbar vorausging und ob der Beamte verhältnismäßig handelte, ist Gegenstand der Untersuchung.

Mit den Ermittlungen befasst sich die Staatsanwaltschaft von Carcassonne. Sie richten sich nach den bislang veröffentlichten Angaben gegen den Beamten der Police nationale, nicht gegen Angehörige der städtischen Polizei. Auch die Generalinspektion der Nationalpolizei, die interne Kontrollbehörde IGPN, wurde eingeschaltet. Welche Verletzungen der Mann erlitt, ist öffentlich bislang nicht abschließend geklärt.

Auf dem Video sind zudem Angehörige der Stadtpolizei zu erkennen. Unter ihnen soll sich Medienberichten zufolge einer von vier kommunalen Polizisten befinden, die seit dem 9. September suspendiert sind. Diese Maßnahmen gehören jedoch zu einem anderen Verfahren. Dessen Anlass sind Aufnahmen, auf denen rassistische, frauenfeindliche, homophobe und verschwörungsideologische Äußerungen zu hören sein sollen.

Carcassonnes Bürgermeister Christophe Barthes hatte erklärt, alle Beteiligten dieser ersten Affäre seien umgehend vom Dienst suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem Maßnahmen, die zum Entzug der dienstlichen Zulassungen der betroffenen Stadtpolizisten führen können. Innenminister Laurent Nuñez ordnete eine Kontrolle der kommunalen Polizei von Carcassonne durch die Generalinspektion der Verwaltung an.

Beide Vorgänge sind rechtlich voneinander zu trennen. Die jüngste Untersuchung betrifft einen konkreten Zugriff während eines Polizeieinsatzes im Juni und das Verhalten eines Beamten der Nationalpolizei. Aus der Anwesenheit kommunaler Polizisten am Einsatzort ergibt sich für sie keine Schuldzuweisung in diesem Verfahren. Ebenso wenig erlaubt der kurze, nachträglich veröffentlichte Ausschnitt bereits eine abschließende Bewertung des gesamten Einsatzverlaufs.

Für die Ermittler dürften deshalb die vollständigen Videosequenzen, Aussagen der Beteiligten und mögliche weitere Aufzeichnungen vom Einsatzort maßgeblich sein. Bis zu deren Auswertung gilt für den beschuldigten Beamten die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft führt das Verfahren wegen des Verdachts vorsätzlicher Gewalt durch eine Amtsperson.

Quellen

  • Franceinfo
  • Euronews
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • La Dépêche du Midi

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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