Paris – 06.09.2026: Fabien Roussel tritt bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 für die Kommunistische Partei an. Der Vorsitzende des Parti communiste français (PCF) gab seine Kandidatur am Sonntagabend in den Fernsehnachrichten von TF1 bekannt. Zuvor hatten die Parteimitglieder seine Bewerbung in einer internen Abstimmung gebilligt. Für den 56-Jährigen ist es nach 2022 der zweite Anlauf auf das höchste Staatsamt.
Das Ergebnis fiel deutlich aus, allerdings nicht einstimmig. Von 37.620 stimmberechtigten Mitgliedern beteiligten sich nach Angaben der parteiinternen Wahlkommission 24.112 an der Abstimmung. Die Beteiligung lag damit bei 64,09 Prozent. Von den 23.962 gültigen Stimmen entfielen 17.267 oder 72,06 Prozent auf Roussel. Gegen seine Kandidatur votierten 5.271 Mitglieder, weitere 1.424 enthielten sich.
Mit dem Votum endet ein mehrmonatiges Verfahren innerhalb der Partei. Der Nationalrat und der 40. Parteitag hatten sich zuvor grundsätzlich für eine eigene kommunistische Kandidatur ausgesprochen. Anschließend schlug die nationale Parteikonferenz Roussel als Bewerber vor. Die Mitglieder konnten vom 3. bis zum 6. September zustimmen, die Kandidatur ablehnen oder sich enthalten.
Roussel verbindet seine Bewerbung mit dem Anspruch auf einen eigenständigen kommunistischen Wahlkampf. Bei TF1 sprach er von einem lange erwogenen und breit getragenen Entschluss. Als politische Schwerpunkte nannte er angemessen bezahlte Arbeit, die Stärkung der industriellen Produktion und Klimaschutz. Seine Kampagne steht unter dem französischen Motto "Vivre! Mieux, heureux et en paix ensemble", auf Deutsch: "Leben! Gemeinsam besser, glücklich und in Frieden". Ein erster größerer Auftritt ist für den 12. September beim Presse- und Volksfest Fête de l'Humanité vorgesehen.
Die Kandidatur berührt zugleich die seit Jahren umstrittene Bündnisfrage der französischen Linken. Während der PCF auf einen eigenen Bewerber setzt, beraten andere linke Parteien über gemeinsame Auswahlverfahren und Wahlbündnisse. Roussel wies die Auffassung zurück, mehrere Kandidaturen seien das Hauptproblem. Der Linken fehle vor allem eine gesellschaftliche Mehrheit, argumentierte er.
Bei der Präsidentschaftswahl 2022 erreichte Roussel im ersten Wahlgang 2,28 Prozent und etwas mehr als 800.000 Stimmen. Anhänger von La France insoumise machten seine Kandidatur später mitverantwortlich dafür, dass Jean-Luc Mélenchon die Stichwahl knapp verfehlte. Roussel hielt dennoch an der organisatorischen Eigenständigkeit des PCF fest. Mit dem Mitgliederentscheid vom 6. September hat die Partei diesen Kurs für den Wahlkampf 2027 bestätigt.
Quellen
- Parti communiste français
- TF1 Info
- LCP – Assemblée nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).