Wirtschaft

Fahrschulen kritisieren Frankreichs neue Kraftstoffhilfe

Frankreich weitet die Kraftstoffhilfe für Vielfahrer aus. Der Fahrschulverband Ecole de conduite française sieht seine Branche trotz hoher betrieblicher Fahrleistungen erneut übergangen.

Paris – 23.09.2026: Frankreichs Regierung weitet ihre Kraftstoffhilfe für Berufspendler mit hohen Fahrleistungen aus. Von Oktober bis Dezember 2026 sollen nach Angaben des Ministeriums für ökologischen Wandel rund 5,5 Millionen Menschen anspruchsberechtigt sein; bislang waren es etwa drei Millionen. Die Pauschale beträgt 100 Euro. Nach Berechnung der Regierung entspricht dies über drei Monate einer Entlastung von durchschnittlich 40 Cent je Liter Kraftstoff.

Der Verband Ecole de conduite française reagierte am Dienstag mit scharfer Kritik. Fahrschulen würden erneut übergangen, obwohl ihre Fahrzeuge täglich für Unterrichts- und Prüfungsfahrten eingesetzt würden. Der Verband hält es für widersprüchlich, einzelnen mobilen Berufsgruppen zusätzliche Hilfen zu gewähren, Ausbildungsbetriebe jedoch nicht ausdrücklich zu berücksichtigen. Für Fahrschulen sind die Kosten an der Zapfsäule keine Ausgabe für den Arbeitsweg, sondern Teil des laufenden Betriebs.

Die allgemeine Regelung richtet sich laut Ministerium an Beschäftigte, die für ihren Weg zur Arbeit auf ein eigenes Auto angewiesen sind. Bei Alleinstehenden liegt die Einkommensgrenze bei monatlich 2.050 Euro netto. Hinzukommen muss entweder eine Entfernung von mindestens 15 Kilometern zwischen Wohnung und Arbeitsplatz oder eine jährliche Fahrleistung von mindestens 8.000 Kilometern. Wer die Unterstützung bereits erhalten hat, soll die neue Zahlung automatisch bekommen.

Für bestimmte Berufsgruppen hat die Regierung weitere Erleichterungen angekündigt. Beschäftigte in der häuslichen Pflege können die Hilfe unter angepassten Bedingungen beantragen, sofern sie täglich mindestens 30 Kilometer zurücklegen und wenigstens in Teilzeit arbeiten. Freiberufliche Pflegekräfte, die in ländlichen Gebieten besonders weite Wege bewältigen, sollen zusätzlich 80 Euro von der Krankenversicherung erhalten.

Gerade diese Differenzierung stößt bei den Fahrschulen auf Unverständnis. Das Programm entlastet private Fahrten zum Arbeitsplatz und ausgewählte Tätigkeiten mit hohem Mobilitätsbedarf. Fahrschulwagen fallen jedoch durch dieses Raster: Sie dienen unmittelbar der beruflichen Ausbildung, ihr Kraftstoffverbrauch lässt sich aber nicht ohne Weiteres einer einzelnen beschäftigten Person zurechnen. Der Verband verlangt daher eine Lösung, die den Verbrauch der Ausbildungsbetriebe als betriebliche Belastung anerkennt.

Für viele Fahrschulen sind Treibstoffkosten schwer kurzfristig aufzufangen. Sie können weniger fahren, ohne zugleich die Zahl der Unterrichtsstunden und damit ihr Angebot zu verringern. Höhere Kosten über die Preise für Fahrstunden weiterzugeben, würde wiederum Fahrschüler belasten. Ob die Regierung die Branche nachträglich einbezieht, geht aus den bisherigen Ankündigungen nicht hervor.

Die Maßnahmen gehören zu einem größeren Paket gegen hohe Energie- und Kraftstoffkosten. Bestehende Hilfen für Landwirtschaft, Bauwirtschaft und Fischerei werden bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Die zusätzlichen staatlichen Ausgaben für die angekündigten Unterstützungen beziffert das Ministerium auf rund 450 Millionen Euro.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für ökologischen Wandel Frankreichs
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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