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Festnahmen in Hongkong vertiefen die Angst vor Zensur im Buchhandel

Nach Durchsuchungen zweier unabhängiger Buchläden sind in Hongkong fünf Menschen wegen mutmaßlich aufrührerischer Publikationen festgenommen worden. Der Vorgang verschärft die Sorge, dass sich die Grenzen des Sagbaren im kulturellen Alltag weiter verengen.

Hongkong – 17.07.2026: In Hongkong hat die Polizei fünf Menschen festgenommen, nachdem Beamte zwei unabhängige Buchhandlungen im Stadtteil Mong Kok durchsucht hatten. Der Vorwurf lautet, sie hätten Publikationen mit aufrührerischer Absicht ausgestellt und verkauft. Beschlagnahmt wurden Bücher; die zwei Männer und drei Frauen im Alter von 30 bis 59 Jahren blieben zunächst in Gewahrsam.

Nach Angaben der Behörden war einer Zollmeldung über eine Sendung aus dem Ausland eine Untersuchung gefolgt. Die beschlagnahmten Titel sollen nach Darstellung der Polizei Feindseligkeit gegen die Regierung Hongkongs, die Justiz und die Sicherheitskräfte geschürt haben. Welche Bücher konkret gemeint sind, teilten die Behörden nicht mit. Gerade diese Leerstelle gibt dem Vorgang seine kulturpolitische Schärfe.

Betroffen waren nach Berichten lokaler Medien die Läden Have A Nice Stay und Greenfield Book Store. Beide gehören zu jener kleinen, unabhängigen Buchszene, die in Hongkong lange als Ort für Debatten, politische Erinnerung und literarische Neugier galt. Have A Nice Stay hatte einen Tag vor der Razzia seine Schließung angekündigt und dabei wirtschaftliche Schwierigkeiten sowie unklare rechtliche Grenzen erwähnt.

Die Festnahmen vom 15. Juli sind bereits die dritte Aktion gegen unabhängige Buchhandlungen in diesem Jahr. Im März wurden im Zusammenhang mit dem Laden Book Punch vier Menschen festgenommen, im Juni zwei Verantwortliche der Hunter Bookstore. Menschenrechtsorganisationen sehen darin eine Entwicklung, die weit über einzelne Ermittlungsverfahren hinausweist: Nicht nur Bücher, auch die Bereitschaft, sie anzubieten, gerät unter Druck.

Rechtsgrundlage ist die 2024 in Kraft getretene Verordnung zum Schutz der nationalen Sicherheit, häufig als Artikel 23 bezeichnet. Sie ergänzt das bereits 2020 von Peking eingeführte Sicherheitsgesetz. Der nun angewandte Paragraph 24 stellt Handlungen mit aufrührerischer Absicht unter Strafe und betrifft ausdrücklich auch das Ausstellen, Verkaufen oder Einführen entsprechender Veröffentlichungen.

Die Regierung in Hongkong betont, Meinungs-, Presse- und Publikationsfreiheit würden im Rahmen des Gesetzes geschützt. Sicherheitschef Chris Tang erklärte nach den jüngsten Festnahmen, Buchhändler müssten sicherstellen, dass ihre Ware die nationale Sicherheit nicht gefährde. Eine offizielle Liste verbotener Bücher lehnt die Regierung jedoch ab. Für den Handel bleibt damit offen, wo genau die juristische rote Linie verläuft.

Für Verlage, Autorinnen und Autoren sowie Buchhändler liegt darin ein besonders stiller Zwang. Zensur zeigt sich nicht nur dort, wo ein Titel aus dem Regal verschwindet. Sie beginnt oft früher: beim zögernden Einkauf, beim vorsichtigen Gespräch mit dem Verlag, beim Gedanken, ein Buch besser gar nicht erst zu bestellen. Hongkongs Buchläden werden so zu Seismographen einer enger werdenden Öffentlichkeit.

Quellen

  • Hong Kong Government News
  • Amnesty International
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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