Paris – 28.07.2026: Die französische Finanzstaatsanwaltschaft PNF hat beantragt, BNP Paribas, mehrere Kinder des verstorbenen gabunischen Präsidenten Omar Bongo und weitere Beschuldigte vor das Pariser Strafgericht zu bringen. Das Verfahren betrifft Immobilien, die nach Auffassung der Ermittler mit unrechtmäßig erlangten Geldern in Frankreich erworben worden sein sollen.
Der Antrag richtet sich gegen insgesamt 23 Personen und Unternehmen: 18 Einzelpersonen sowie fünf Gesellschaften, darunter BNP Paribas und vier Immobiliengesellschaften. Neben Angehörigen der Familie Bongo führt eine mit dem Verfahren vertraute Justizquelle Antoinette Sassou Nguesso auf, die Ehefrau des Präsidenten der Republik Kongo, sowie die frühere Miss France und Schauspielerin Sonia Rolland.
Ob es tatsächlich zu einem Prozess kommt, entscheidet der zuständige Untersuchungsrichter. Der Antrag der Staatsanwaltschaft ist weder eine Anklageentscheidung noch ein Schuldspruch. Für sämtliche Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung. Die Anwälte mehrerer Beschuldigter äußerten sich zunächst nicht.
BNP Paribas wird in dem Komplex seit Mai 2021 formell beschuldigt. Die PNF beantragt einen Prozess wegen des Verdachts der schweren Geldwäsche. Dem Antrag zufolge soll die Bank zwischen 1996 und 2008 der Familie Bongo und deren Umfeld ermöglicht haben, über die gabunische Dekorationsfirma Atelier 74 mindestens 35 Millionen Euro in französische Immobiliengeschäfte zu leiten.
Die Bank weist jede strafrechtliche Verantwortung zurück und kündigte an, sich gegen den Antrag zu verteidigen. Zugleich betonte sie, dass die untersuchten Vorgänge aus der Zeit vor 2008 stammten. Die Ermittler vermuten, Omar Bongo habe Atelier 74 Bargeld in zweistelliger Millionenhöhe übergeben. Über das französische Konto des Unternehmens sollen anschließend Immobilienkäufe abgewickelt worden sein.
Das Verfahren geht auf eine Anzeige von Transparency International aus dem Jahr 2010 zurück. Nach Angaben der Justizquelle wurden seither 52 Immobilien sichergestellt. Die Ermittlungen gehören zu den französischen Verfahren über sogenannte unrechtmäßig erworbene Vermögenswerte. Dabei untersucht die Justiz, ob Luxusimmobilien mit veruntreuten öffentlichen Geldern finanziert und über Firmen- oder Familienstrukturen verschleiert wurden.
Für Angehörige der Familie Bongo beantragt die PNF unterschiedliche Anklagepunkte, darunter Hehlerei im Zusammenhang mit der Veruntreuung öffentlicher Gelder, Geldwäsche und Korruption. Pascaline Bongo, älteste Tochter Omar Bongos und frühere Kabinettschefin ihres Vaters, soll sich wegen mehrerer mutmaßlich unrechtmäßig finanzierter Wohnungen in wohlhabenden Pariser Vierteln verantworten. Ihre Verteidigung kündigte an, die Vorwürfe vor Gericht zurückzuweisen.
Quellen
- Franceinfo
- AFP
- Parquet national financier
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).