Politik & Gesellschaft

FLNC-Ableger bedroht Besitzer von Zweitwohnungen auf Korsika

Ein als FLNC auftretender korsischer Unabhängigkeitsableger hat bei einer konspirativen Pressekonferenz Eigentümer von Zweitwohnungen und Zuziehende bedroht. Die Erklärung verschärft die Sicherheitsdebatte auf der Insel.

Korsika – 07.08.2026: Ein als Front de Libération Nationale Corse (FLNC) auftretender Ableger der korsischen Unabhängigkeitsbewegung hat Eigentümer von Zweitwohnungen und Menschen bedroht, die sich auf Korsika niederlassen wollen. Nach einem Bericht von Franceinfo wurden die Äußerungen am Donnerstag, dem 6. August 2026, bei einer konspirativen Pressekonferenz verbreitet. Die Gruppe forderte Menschen ohne korsische Herkunft auf, der Insel fernzubleiben, und stellte ihre Sicherheit infrage.

Die Erklärung zielt ausdrücklich auf den Erwerb und die Nutzung von Zweitwohnungen. Damit greift die Gruppe einen Konflikt auf, der die Inselpolitik seit Jahren prägt. In zahlreichen Küstenorten und touristisch geprägten Gemeinden konkurrieren dauerhaft Wohnungssuchende mit Feriengästen und Käufern von Zweitwohnsitzen. Hohe Immobilienpreise und ein begrenztes Angebot erschweren es insbesondere Einheimischen, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die nun ausgesprochenen Drohungen sind jedoch kein wohnungspolitischer Vorschlag, sondern richten sich gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Wohnsitzes.

Wer hinter dem Auftritt steht und wie die Beteiligten organisatorisch mit früheren oder bestehenden FLNC-Strukturen verbunden sind, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht unabhängig bestätigen. Unter dem Namen FLNC traten in der Vergangenheit verschiedene korsisch-nationalistische Untergrundgruppen auf, die Anschläge und andere Gewaltakte für sich reklamierten. Die Bewegung hatte 2014 erklärt, den bewaffneten Kampf aufzugeben. Die aktuelle Wortmeldung wirft deshalb die Frage auf, welche Strukturen unter der Bezeichnung heute noch aktiv sind.

Die Drohung fällt in eine Phase, in der der französische Staat und die Collectivité de Corse den Mangel an dauerhaft bewohnbarem Wohnraum stärker angehen wollen. Die korsische Präfektur und der Exekutivrat der Insel kündigten im Januar 2026 an, den Bau von Hauptwohnsitzen und die Sanierung vorhandener Gebäude vorrangig zu fördern. Zudem sollen Verfahren im Baurecht und in der Raumplanung besser aufeinander abgestimmt werden.

Diese Maßnahmen setzen bei den strukturellen Ursachen der Wohnungsknappheit an. Dazu gehören hohe Baukosten, die touristische Vermietung sowie das Verhältnis zwischen Haupt- und Zweitwohnsitzen. Über mögliche Einschränkungen für Immobilienkäufer und Ferienunterkünfte wird auf Korsika seit Langem politisch gestritten. Nationalistische Gruppen versuchen wiederholt, den Konflikt mit Forderungen nach mehr Autonomie und Schutz vor Bodenspekulation zu verbinden.

Konkrete Anschlagspläne, Tatorte oder unmittelbar bevorstehende Gewalttaten wurden in dem vorliegenden Bericht nicht genannt. Eine behördliche Reaktion auf die Erklärung war zunächst ebenfalls nicht dokumentiert. Belastbar festgehalten ist damit vor allem die Drohung selbst; Urheberschaft, Reichweite und operative Fähigkeiten der auftretenden Gruppe bleiben ungeklärt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur Korsika und Exekutivrat der Collectivité de Corse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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