Fontainebleau – 22.08.2026: Rund 80 Prozent des Waldmassivs von Fontainebleau sind seit Samstag wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die teilweise Öffnung folgt auf die schweren Brände im Juli, die große Flächen in der Seine-et-Marne beschädigten. Benoît Kaplan, beigeordneter Präfekt für Chancengleichheit, kündigte die Freigabe am Freitag bei einem Pressetermin im Wald an.
Gesperrt bleibt ein Gebiet von etwa 4.000 Hektar. Nach Angaben der Behörden wurden davon rund 2.000 Hektar von den Flammen erfasst; weitere 2.000 Hektar bilden eine Sicherheitszone. Einsatzkräfte bekämpfen dort noch einzelne Glutnester. Der sandige, organische und stark ausgetrocknete Boden kann Feuer unterirdisch weitertragen, sodass es selbst nach Tagen oder Wochen erneut an die Oberfläche gelangen kann.
Für Fontainebleau und die umliegenden Gemeinden hat die Öffnung erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Bürgermeister Julien Gondard rechnet mit einer Entlastung für Hotels, Gastronomie, Geschäfte und Anbieter von Freizeitaktivitäten. Eine besondere Rolle spielen die Klettergäste: Sie sorgen nach seiner Einschätzung jährlich für Einnahmen von knapp 20 Millionen Euro in der Region. Bei dieser Summe handelt es sich um eine kommunale Schätzung.
Wieder erreichbar sind bekannte Boulderfelsen wie Franchard Isatis. Fontainebleau zählt mit seinen charakteristischen Sandsteinblöcken zu den bedeutendsten Kletterrevieren Europas und zieht Gäste aus Frankreich sowie aus dem Ausland an. Der staatliche Forstbetrieb Office national des forêts (ONF) verzeichnete zuletzt etwa vier Millionen Kletterbesuche jährlich; insgesamt kommt das Massiv auf rund 15 Millionen Besuche. Von der Rückkehr der Sportler und Ausflügler profitieren damit zahlreiche örtliche Betriebe, die während der Sperrung auf einen wichtigen Teil ihrer Kundschaft verzichten mussten.
Mehrere stark frequentierte Bereiche bleiben allerdings geschlossen. Dazu gehören nach Angaben des ONF vorerst Trois Pignons, La Faisanderie und Barbizon. In diesen Gebieten wurden drei der vier meistbesuchten Kletterareale durch die Brände beeinträchtigt. Neben möglichen Glutnestern gefährden Bäume die Besucher: Trockenstress und Brandschäden können dazu führen, dass Äste abbrechen oder Stämme unvermittelt umstürzen.
Besucher dürfen deshalb ausschließlich freigegebene Wege und Flächen nutzen. Feuer, Grillen und Rauchen bleiben im gesamten Wald untersagt. Behörden und ONF warnen weiterhin vor der außergewöhnlich trockenen Vegetation. Weitere Abschnitte sollen erst nach Sicherheitskontrollen und abhängig von der Lage vor Ort geöffnet werden. Die ökologischen Folgen reichen weit über die derzeitigen Zugangsbeschränkungen hinaus: Nach Einschätzung des ONF wird die Wiederherstellung der verbrannten Waldflächen mehrere Jahrzehnte dauern.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur Seine-et-Marne
- AFP via Boursorama
- Office national des forêts (ONF)
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).