Wirtschaft

Forderung nach höheren Abgaben für TotalEnergies wird lauter

Der Publizist Laurent Joffrin fordert eine stärkere steuerliche Beteiligung von TotalEnergies. Der Energiekonzern verweist auf seine Steuerlast in den Förderländern und warnt vor einer Doppelbesteuerung.

Paris – 12.09.2026: In Frankreich wird erneut darüber gestritten, ob TotalEnergies stärker besteuert werden sollte. Der Publizist Laurent Joffrin sprach sich am Samstag, dem 12. September, bei Franceinfo dafür aus, einen größeren Teil der Einnahmen des Energiekonzerns abzuschöpfen. Angesichts der Belastungen durch hohe Kraftstoffpreise halte er einen zusätzlichen Beitrag großer Energieunternehmen zum Gemeinwesen für gerechtfertigt.

Anlass der Debatte sind die Folgen des Nahostkonflikts für den Ölmarkt und die Verbraucher in Frankreich. Wegen der angespannten Lage begrenzte TotalEnergies den Benzinpreis an seinen französischen Tankstellen erneut auf 1,99 Euro je Liter. Nach Angaben des Unternehmens gilt die Maßnahme an rund 3.300 Stationen und soll aufrechterhalten werden, solange die Krise andauert. Für Autofahrer bedeutet dies einen unmittelbaren Schutz vor noch stärkeren Preissprüngen, allerdings keine allgemeine staatliche Preisgarantie.

In der Auseinandersetzung über TotalEnergies vermischen sich häufig zwei verschiedene Instrumente: die Entlastung an der Zapfsäule und die Besteuerung hoher Unternehmensgewinne. Befürworter einer Sonderabgabe argumentieren, außergewöhnliche Erträge aus Öl- und Gasgeschäften müssten in Phasen stark steigender Energiepreise teilweise der Allgemeinheit zugutekommen. Mit solchen Einnahmen könnten staatliche Hilfen finanziert oder soziale Folgen hoher Kraftstoffkosten gemildert werden.

TotalEnergies weist den Vorwurf zurück, von Kriegen in unangemessener Weise zu profitieren. Der Konzern erklärt, die Gewinne aus der Förderung von Öl und Gas entstünden überwiegend in den Förderländern und würden dort nach den jeweiligen Regeln besteuert. Nach Unternehmensangaben betrug der durchschnittliche weltweite effektive Steuersatz seit 2022 rund 43 Prozent. Würden dieselben Erträge zusätzlich in Frankreich belastet, käme dies aus Sicht des Konzerns einer Doppelbesteuerung gleich.

Für 2025 bezifferte TotalEnergies seine weltweiten Ertragsteuern und Förderabgaben auf 19 Milliarden Dollar. In Frankreich habe das Unternehmen mehr als zwei Milliarden Euro an Steuern, Abgaben und Arbeitgeberbeiträgen entrichtet. Die Angaben stützen die Position des Konzerns, beantworten jedoch nicht die politische Frage, ob außerordentliche Marktgewinne mit einer eigenen Abgabe belegt werden sollen.

Zugleich verzeichnet TotalEnergies Produktionsausfälle im Nahen Osten. Im Juli teilte der Konzern mit, der Konflikt habe seine Produktion im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich um rund 210.000 Barrel Öläquivalent pro Tag beeinträchtigt. Das weitere Ausmaß hänge unter anderem von der Lage an der Straße von Hormus und den Exportmöglichkeiten ab.

Eine konkrete Steuerinitiative wurde am Samstag nicht angekündigt. Jede Sonderabgabe müsste gesetzlich geregelt werden; dabei wären Bemessungsgrundlage, Geltungsdauer und Verwendung der Einnahmen festzulegen. Die derzeitige Preisbegrenzung beruht dagegen auf einer Entscheidung des Unternehmens und wirkt unmittelbar an dessen französischen Tankstellen.

Quellen

  • Franceinfo
  • TotalEnergies

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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