Politik & Gesellschaft

France Télévisions weist Vorwurf zu Hamas-Reportage zurück

Der Mediator von France Télévisions widerspricht einer Behauptung der Europaabgeordneten Rima Hassan: Die Redaktion von Complément d'enquête habe den Beitrag selbst produziert.

Paris – 22.09.2026: France Télévisions widerspricht dem Vorwurf, das Investigativmagazin Complément d'enquête habe bei einer Reportage über die Hamas mit einer Produktionsfirma aus dem Umfeld eines Sprechers der israelischen Armee zusammengearbeitet. Der Mediator des öffentlich-rechtlichen Senders bezeichnete die erneut erhobene Behauptung als falsch. Seine Stellungnahme reagiert auf eine Äußerung der Europaabgeordneten Rima Hassan vom 17. September.

Nach Angaben des Senders entstand die betreffende Reportage vollständig innerhalb der Redaktion von France Télévisions. Die journalistischen Teams hätten den Beitrag eigenständig recherchiert und produziert. Eine externe Firma, die einer Angehörigen oder dem Umfeld eines israelischen Militärsprechers zugerechnet werde, sei weder an der Herstellung beteiligt gewesen noch habe sie redaktionelle Verantwortung getragen.

Hassan hatte den Vorwurf in einem Gespräch über Complément d'enquête wiederholt. Sie stellte dabei eine Verbindung zwischen dem Beitrag über die Hamas und einer Produktionsfirma her, deren Leiterin mit Olivier Rafowicz verbunden sei. Rafowicz tritt in französischsprachigen Medien regelmäßig als Sprecher der israelischen Armee auf. France Télévisions bestreitet jedoch, dass sich aus dieser persönlichen Verbindung eine Beteiligung an der Reportage ableiten lasse.

Die Behauptung war bereits 2023 verbreitet worden und wurde nun im Zusammenhang mit einer neuen Ausgabe des Magazins erneut aufgegriffen. Der Mediator prüfte deshalb nach Darstellung von Franceinfo die tatsächliche Produktionskette. Sein Ergebnis: Für eine Mitwirkung der genannten Gesellschaft gebe es keinen Beleg. Der Beitrag sei von den eigenen Teams des Senders hergestellt worden.

Die Klarstellung berührt einen empfindlichen Bereich der Kriegsberichterstattung. Bei Beiträgen über Israel und die Hamas können mögliche geschäftliche oder persönliche Verbindungen Zweifel an der Unabhängigkeit einer Redaktion nähren. Der konkrete Vorwurf lässt sich nach den veröffentlichten Angaben des Senders jedoch nicht halten. Maßgeblich ist dabei nicht, ob Personen aus dem Umfeld einer Produktionsfirma Beziehungen zu einem Militärsprecher unterhalten, sondern ob diese Firma tatsächlich an Recherche, Herstellung oder redaktionellen Entscheidungen beteiligt war.

France Télévisions trennt daher die überprüfbare Frage der Produktion von der politischen Bewertung des Beitrags. Die Erklärung äußert sich weder zur Auswahl der Gesprächspartner noch zur Darstellung des Nahostkonflikts oder zur allgemeinen Kritik an Complément d'enquête. Sie beschränkt sich auf die behauptete Zusammenarbeit mit einer externen Firma. Nach der Prüfung des Mediators wurde die Reportage allein von der Redaktion des öffentlich-rechtlichen Senders produziert; eine Beteiligung des Rafowicz zugerechneten Unternehmens ist nicht belegt.

Quellen

  • Franceinfo: Transparenzredaktion und Mediator von France Télévisions
  • France.tv Studio: Produktionsangaben zu Complément d'enquête

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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