Paris – 23.09.2026: Frankreichs Regierung will Beschäftigte und Unternehmen systematischer auf den Einsatz künstlicher Intelligenz vorbereiten. Das am 22. September in der Pariser Gründerschmiede Station F vorgestellte Programm Impulsion IA 2027 umfasst zwölf Maßnahmen und 80 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln. Es richtet sich an Beschäftigte, Arbeitssuchende, Auszubildende sowie kleine und mittlere Unternehmen.
Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou begründet den Vorstoß mit den tiefgreifenden Folgen der Technologie für Tätigkeiten, Qualifikationen und Arbeitsorganisation. Künstliche Intelligenz könne Beschäftigte von belastenden Routinen entlasten, zugleich aber die Arbeitsintensität erhöhen und bestehende Unterschiede zwischen Berufsgruppen verschärfen. Die Regierung verbindet die Förderung neuer Anwendungen deshalb mit Weiterbildung, sozialem Dialog und Regeln für den betrieblichen Einsatz.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung grundlegender Kenntnisse. Die kostenlose Plattform Explore IA soll ab Januar 2027 ohne Zugangsvoraussetzungen Lernangebote und Selbsttests bereitstellen. Hinzukommen soll eine landesweite Zertifizierung, die erworbene Fähigkeiten nachvollziehbar und vergleichbar macht. Berufsabschlüsse will die Regierung daraufhin überprüfen lassen, ob sie den Veränderungen durch künstliche Intelligenz ausreichend Rechnung tragen.
Für Arbeitssuchende plant France Travail zunächst eine Einschätzung ihrer Kenntnisse und ihres Weiterbildungsbedarfs. Darauf sollen individuelle Lernwege aufbauen. Auch das persönliche Weiterbildungskonto soll stärker für einschlägige Kurse genutzt werden. Beteiligen sich Arbeitgeber oder Branchen an den Kosten einer Weiterbildung, kann die übliche Eigenbeteiligung der Beschäftigten von 150 Euro entfallen.
Zusätzliche Unterstützung ist für Lehrlingszentren vorgesehen. Der Staat will dort Angebote in Berufen ausbauen, die für die Einführung künstlicher Intelligenz als strategisch gelten, darunter Softwareentwicklung und Cybersicherheit. Im Haushaltsgesetz für 2027 ist ein nationaler Fonds für Einrichtungen der beruflichen Erstausbildung vorgesehen. Ausgewählte Ausbildungsgänge sollen eine höhere öffentliche Finanzierung erhalten.
Der Plan reagiert zugleich auf die ungleiche Verbreitung der Technologie in der Wirtschaft. Kleine und sehr kleine Unternehmen setzen künstliche Intelligenz bislang seltener ein als große Konzerne; häufig fehlen ihnen eigene Fachabteilungen. Im Rahmen des Pilotprojekts Impulsion IA RH sollen Betriebe in zwei Regionen Unterstützung bei Personalplanung, Personalsuche und Weiterbildung erhalten. Damit zielt das Programm auf praktische Anwendungen, die auch ohne große Technologieabteilungen eingeführt werden können.
Impulsion IA 2027 ergänzt die 2025 gestartete Strategie Osez l'IA. Der finanzielle Spielraum des Arbeitsministeriums bleibt allerdings eng: Nach Regierungsangaben soll sein Haushalt 2027 um 2,5 Milliarden Euro entlastet werden. Die neuen Maßnahmen greifen daher vor allem auf bestehende Strukturen der beruflichen Bildung, der Arbeitsvermittlung und der Unternehmensförderung zurück.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für Arbeit und Solidarität
- AFP über Boursorama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).