Wirtschaft

Frankreich bleibt bei der Jugendbeschäftigung hinter Europas Spitzenreitern

In Frankreich arbeitet gut ein Drittel der 15- bis 24-Jährigen. Die großen Abstände zu den Niederlanden, Dänemark und Deutschland erklären sich auch durch andere Ausbildungswege und weniger Arbeit neben dem Studium.

Paris – 10.09.2026: Frankreich liegt bei der Beschäftigung junger Menschen etwa auf dem Niveau der Europäischen Union, bleibt jedoch weit hinter mehreren nordeuropäischen Ländern und Deutschland zurück. Nach den jüngsten verfügbaren Jahresdaten waren 2025 rund 34,5 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Frankreich erwerbstätig. Die Quote ist seit der Zeit vor der Corona-Pandemie gestiegen, doch der Abstand zu den europäischen Spitzenreitern bleibt beträchtlich.

Besonders groß ist er gegenüber den Niederlanden: Dort lag die Beschäftigungsquote der 15- bis 24-Jährigen 2025 bei 76,0 Prozent. Dänemark erreichte 60,3 Prozent, Deutschland 50,7 Prozent. Für Frankreich wurden 34,5 Prozent ermittelt. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Europäischen Union lag nach den zuletzt vorliegenden Daten für 2024 bei 35,0 Prozent.

Die Beschäftigungsquote bezeichnet den Anteil einer Altersgruppe, der tatsächlich einer Arbeit nachgeht. Sie darf nicht mit der Jugendarbeitslosenquote verwechselt werden. Viele Menschen zwischen 15 und 24 Jahren besuchen eine Schule, absolvieren ein Studium oder eine andere Vollzeitausbildung und stehen dem Arbeitsmarkt daher gar nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Eine hohe Beschäftigungsquote kann zugleich widerspiegeln, dass Nebenjobs während Ausbildung und Studium verbreitet sind.

Nach Angaben des französischen Arbeitsministeriums und des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsforschung erklären vor allem unterschiedliche Bildungswege, die Verbindung von Ausbildung und Erwerbsarbeit sowie der Zeitpunkt des Berufseinstiegs die erheblichen Abstände. In Deutschland führt die duale Ausbildung viele Jugendliche früh in Betriebe. In Dänemark und den Niederlanden ist es üblich, bereits während der Ausbildung oder des Studiums einer bezahlten Arbeit nachzugehen.

Frankreich hat den Anteil junger Erwerbstätiger in den vergangenen Jahren vor allem durch den Ausbau alternierender Ausbildungsmodelle erhöht, bei denen Unterricht und Arbeit im Betrieb verbunden werden. Zwischen 2019 und 2024 stieg die Beschäftigungsquote der 15- bis 24-Jährigen um 4,5 Prozentpunkte. Das war eine der stärksten Zunahmen innerhalb der Europäischen Union. Dennoch blieb die französische Quote auch 2025 deutlich unter den Werten der führenden Länder.

Zugleich ist der Berufseinstieg vieler junger Menschen weiterhin von Arbeitslosigkeit geprägt. Im Jahresdurchschnitt 2025 betrug die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen in Frankreich 19,8 Prozent. Anders als die Beschäftigungsquote berücksichtigt diese Kennzahl nur jene, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und aktiv eine Stelle suchen.

Die beiden Quoten beschreiben damit verschiedene Seiten desselben Arbeitsmarktes. Frankreich hat über die betriebsnahe Ausbildung zusätzliche Zugänge zur Beschäftigung geschaffen. Die europäischen Unterschiede beruhen jedoch auch darauf, wie lange junge Menschen lernen, wann sie erstmals arbeiten und wie häufig sie Ausbildung oder Studium mit einem bezahlten Nebenjob verbinden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Insee
  • Dares

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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